StGB § 48

Die Probezeit bei der bedingten Entlassung aus einer Freiheitsstrafe richtet sich nach der Art der Entlassung und beträgt zwischen 1 und 10 Jahren. Dieser Rechner ermittelt die zutreffende Probezeit anhand der seven in § 48 StGB normierten Fallkonstellationen.

Letzte Aktualisierung: 1. 3. 2023 · Gültig für: 2026 · Version: 1.0.0

Rechtsgrundlage

Kurz zum Thema: Probezeiten bei bedingter Entlassung

Die bedingte Entlassung aus einer Freiheitsstrafe (§ 46 StGB) ist ein zentrales Instrument der österreichischen Strafvollzugspolitik. Sie ermöglicht es, Strafgefangenen vorzeitig den Weg zurück in die Gesellschaft zu ebnen — unter der Bedingung einer Bewährungsfrist, der sogenannten Probezeit. Diese Probezeit ist in § 48 StGB detailliert geregelt und variiert je nach Fallkonstellation zwischen einem und zehn Jahren.

Die verschiedenen Probezeit-Kategorien

Standard-Entlassung (§ 48 Abs. 1 1. Satz): Die reguläre Probezeit beträgt mindestens ein Jahr und höchstens drei Jahre. In dieser Zeit muss sich der условно Entlassene bewähren, ohne weitere Auflagen zu erfüllen.

Entlassung mit Behandlungsfortsetzung (§ 48 Abs. 1 2. Satz): Erklärt sich der Verurteilte bereit, eine im Sinne von § 51 Abs. 3 angeordnete Behandlung fortzusetzen, kann die Probezeit auf mindestens ein und höchstens fünf Jahre verlängert werden. Dies dient der therapeutischen Begleitung und der nachhaltigen Resozialisierung.

Schwerer Strafrest oder Sexualdelikt (§ 48 Abs. 1 3. Satz): In zwei Fällen sieht das Gesetz eine zwingende Probezeit von fünf Jahren vor: zum einen, wenn der условно erlassene Strafrest drei Jahre übersteigt, zum anderen, wenn es sich um eine strafbare Handlung gegen die sexuelle Integrität und Selbstbestimmung handelt, deren Strafdrohung mehr als ein Jahr beträgt.

Lebenslange Freiheitsstrafe (§ 48 Abs. 1 4. Satz): Bei der bedingten Entlassung aus einer lebenslangen Freiheitsstrafe beträgt die Probezeit stets zehn Jahre — die höchste vorgesehene Frist im österreichischen Strafrecht.

Forensische Unterbringung (§ 48 Abs. 2): Für Entlassungen aus dem forensisch- therapeutischen Zentrum und aus Anstalten für gefährliche Rückfallstäter gilt ebenfalls eine Zehn- Jahres-Frist, sofern die zugrunde liegende Straftat mit einer strengeren Strafe als zehn Jahren Freiheitsstrafe bedroht ist. Andernfalls verkürzt sich die Frist auf fünf Jahre.

Rechtsfolgen des erfolgreichen Probezeit-Ablaufs

Nach § 48 Abs. 3 StGB ist die bedingte Entlassung für endgültig zu erklären, wenn die Probezeit ohne Widerruf verstreicht. Alle Fristen, deren Lauf mit der Strafvollstreckung oder dem Vollzug der vorbeugenden Maßnahme beginnt, werden in diesem Fall ab dem Zeitpunkt der bedingten Entlassung neu berechnet. Dies bedeutet für den Betroffenen die vollständige Wiederherstellung der persönlichen Freiheit ohne jegliche weitere Einschränkung.

Widerruf der bedingten Entlassung

Die Probezeit dient nicht nur der Überwachung, sondern auch der Unterstützung der Resozialisierung. Ein Widerruf erfolgt nur bei schweren Verstößen gegen die Bewährungsauflagen — etwa bei Begehung einer neuen Straftat während der Probezeit oder bei erheblichem Fehlverhalten. In allen anderen Fällen mündet die Probezeit in die endgültige Entlassung.

Häufige Fragen zu § 48 Probezeiten

Was ist die Probezeit nach StGB § 48?

Die Probezeit (auch Bewährungsfrist genannt) ist der Zeitraum, in dem eine условно entlassene Person sich bewähren muss. Verläuft die Probezeit ohne Widerruf, wird die Entlassung endgültig. Die Dauer richtet sich nach der Art der Entlassung und beträgt zwischen 1 und 10 Jahren.

Welche Probezeit gilt bei der Standard-Entlassung?

Bei der normalen bedingten Entlassung aus einer Freiheitsstrafe beträgt die Probezeit nach § 48 Abs. 1 1. Satz StGB mindestens 1 Jahr und höchstens 3 Jahre. Die genaue Dauer wird vom Gericht festgelegt.

Wann gilt die verlängerte Probezeit von 5 Jahren?

Die Probezeit beträgt nach § 48 Abs. 1 3. Satz StGB einheitlich 5 Jahre, wenn entweder der условно erlassene Strafrest mehr als 3 Jahre beträgt oder die bedingte Entlassung wegen einer strafbaren Handlung gegen die sexuelle Integrität und Selbstbestimmung mit einer Strafdrohung von mehr als einem Jahr erfolgt.

Wie lange ist die Probezeit bei lebenslanger Freiheitsstrafe?

Bei der bedingten Entlassung aus einer lebenslangen Freiheitsstrafe beträgt die Probezeit nach § 48 Abs. 1 4. Satz StGB 10 Jahre.

Was passiert, wenn die Probezeit ohne Widerruf verstreicht?

Nach § 48 Abs. 3 StGB ist die bedingte Nachsicht des Strafrestes oder die bedingte Entlassung aus einer vorbeugenden Maßnahme für endgültig zu erklären, wenn sie nicht widerrufen wird. Die Fristen laufen ab der bedingten Entlassung.

Gibt es einen Unterschied bei forensischer Unterbringung?

Ja. Bei Entlassung aus einem forensisch-therapeutischen Zentrum oder einer Anstalt für gefährliche Rückfallstäter beträgt die Probezeit nach § 48 Abs. 2 1. Satz StGB standardmäßig 10 Jahre. Ist die zugrunde liegende strafbare Handlung aber mit höchstens 10 Jahren Freiheitsstrafe bedroht, verkürzt sich die Probezeit auf 5 Jahre.

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