Berechnung des Strafrahmens für Körperverletzung nach StGB §83 — von einfacher Misshandlung bis zu schwerer Körperverletzung.
Rechtsgrundlage
- § 83 Strafgesetzbuch (StGB) ↗
Berechnung des Strafrahmens für Körperverletzung nach StGB §83.
Gültig ab: 1. 1. 2020
Kurz zum Thema: Körperverletzung im Strafrecht
Die Körperverletzung nach § 83 StGB ist eines der häufigsten Delikte im österreichischen Strafrecht. Der Grundtatbestand erfasst die vorsätzliche körperliche Misshandlung eines anderen — also jede ungehörige Behandlung, die das körperliche Wohlbefinden oder die körperliche Unversehrtheit beeinträchtigt.
Grundtatbestand und Qualifikationen
Der Grundtatbestand des § 83 Abs. 1 wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe bis zu 720 Tagessätzen bestraft. Qualifizierte Formen — etwa die gefährliche Körperverletzung nach Abs. 2 (Verwendung einer Waffe, schwerer bleibender Schaden) oder die schwere Körperverletzung nach Abs. 3 — erhöhen den Strafrahmen erheblich auf bis zu fünf Jahre.
Notwehr und berechtigte Körperverletzung
Notwehr (§ 3 StGB) und Nothilfe (§ 96 StGB) schließen die Strafbarkeit aus — wer sich gegen einen rechtswidrigen Angriff wehrt, handelt nicht rechtswidrig. Auch berechtigte Schläge — etwa bei der Erziehung von Kindern — können straffrei sein, sofern sie das erforderliche Maß nicht überschreiten.
Abgrenzung zu anderen Delikten
Die Körperverletzung ist von der Nötigung (§ 105 StGB) und vom Betrug (§ 146 StGB) abzugrenzen. Während die Körperverletzung die körperliche Unversehrtheit beeinträchtigt, zielt die Nötigung auf die Willensentschließungsfreiheit ab. Bei gleichzeitigem Vorliegen von Körperverletzung und Nötigung liegt Scheinconcurrenz vor.
Häufige Fragen zur Körperverletzung nach § 83 StGB
Was ist der Grundtatbestand der Körperverletzung nach § 83 StGB?
Der Grundtatbestand des § 83 Abs. 1 StGB erfasst die vorsätzliche körperliche Misshandlung eines anderen — also jede ungehörige Behandlung, die das körperliche Wohlbefinden oder die körperliche Unversehrtheit beeinträchtigt. Der Strafrahmen beträgt Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe bis zu 720 Tagessätzen.
Wann liegt eine gefährliche Körperverletzung vor?
Nach § 83 Abs. 2 StGB liegt eine gefährliche Körperverletzung vor, wenn die Körperverletzung einen bleibenden schweren Schaden nach sich zieht oder der Täter eine Waffe oder ein anderes gefährliches Werkzeug verwendet. Der Strafrahmen erhöht sich auf Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren.
Welche Qualifikationen sieht § 83 Abs. 3 vor?
§ 83 Abs. 3 StGB erhöht den Strafrahmen auf ein bis fünf Jahre Freiheitsstrafe, wenn die Körperverletzung eine schwere Körperverletzung oder bleibende Körperschäden von langer Dauer zur Folge hat, oder wenn die Verletzung einen Mordversuch darstellt.
Was gilt als schwere Körperverletzung nach § 84 StGB?
§ 84 StGB erfasst besonders schwere Fälle der Körperverletzung — etwa wenn die Körperverletzung eine schwere Körperverletzung oder bleibende Körperschäden von langer Dauer zur Folge hat. Die Strafandrohung beträgt drei bis zehn Jahre Freiheitsstrafe.
Wie verhält sich § 83 zu § 88 (fahrlässige Körperverletzung)?
§ 83 erfasst die vorsätzliche Körperverletzung — der Täter muss wissentlich und willentlich handeln. § 88 StGB erfasst die fahrlässige Körperverletzung, bei der der Täter die im Verkehr erforderliche Sorgfalt außer Acht lässt. Die fahrlässige Körperverletzung wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Monaten bestraft.