§ 85 StGB — Körperverletzung mit schweren Dauerfolgen

Berechnen Sie den Strafrahmen für Körperverletzung mit schweren Dauerfolgennach § 85 StGB. Der Rechner berücksichtigt Z 1/2/2a/3 und unterscheidet zwischen Abs. 1 und Abs. 2.

Letzte Aktualisierung: 1. 1. 2026 · Gültig für: 2026 · Version: 1.0.0

Rechtsgrundlage

Kurz zum Thema: Körperverletzung mit schweren Dauerfolgen nach § 85 StGB

Gesetzliche Grundlage und Zweck

§ 85 StGB stellt die Körperverletzung mit schweren Dauerfolgen unter erhöhte Strafdrohung. Während § 84 StGB die schwere Körperverletzung mit zeitlich befristeten Folgen (24 Tage) regelt, erfasst § 85 StGB irreversible, bleibende Schädigungen. Damit trägt der Gesetzgeber dem Umstand Rechnung, dass Dauerfolgen eine weit schwerwiegendere Beeinträchtigung für das Opfer darstellen als vorübergehende Schäden.

Die einzelnen Dauerfolgevarianten

Das Gesetz unterscheidet vier Dauerfolgekategorien: Siechtum oder schwere Krankheit (Z 1), Blindheit oder schwere Sehbehinderung (Z 2), Gehörlosigkeit oder schwere Schwerhörigkeit (Z 2a), sowie voraussichtlich dauernde Arbeitsunfähigkeit von mehr als 6 Monaten (Z 3). Jede dieser Kategorien beschreibt eine eigenständige, in der Praxis häufig vorkommende Dauerfolge.

Abs. 1 und Abs. 2 im Vergleich

Der Grundtatbestand des § 85 Abs. 1 StGB sieht 1 bis 5 Jahre Freiheitsstrafe vor. In Abs. 2 werden besonders schwere Fälle mit 2 bis 10 Jahren bestraft. Ein besonders schwerer Fall liegt vor, wenn der Täter besonders rücksichtslos handelt oder die Folgen für das Opfer besonders schwerwiegend sind. Dies erfordert eine Gesamtbetrachtung aller Umstände.

Fahrlässige Begehung

Anders als bei der schweren Körperverletzung nach § 84 StGB ist bei § 85 StGB auch die fahrlässige Begehung strafbar. Der Strafrahmen für fahrlässige Körperverletzung mit Dauerfolgen beträgt bis zu 3 Jahre Freiheitsstrafe. Dies zeigt, dass der Gesetzgeber den Eintritt von Dauerfolgen besonders streng ahndet, selbst wenn kein Vorsatz vorliegt.

Häufige Fragen zu § 85 StGB Körperverletzung mit Dauerfolgen

Was sind schwere Dauerfolgen nach § 85 Z 1 StGB?

Nach § 85 Z 1 StGB liegt eine schwere Dauerfolge vor, wenn die Körperverletzung Siechtum oder eine schwere Krankheit zur Folge hat. Siechtum bezeichnet einen dauerhaften, nicht mehr heilbaren Gesundheitszustand mit erheblicher Beeinträchtigung der Lebensführung.

Welche Dauerfolgen sind in § 85 Z 2 und Z 2a StGB genannt?

§ 85 Z 2 StGB erfasst die Blindheit oder eine schwere Erblindung, während Z 2a die Gehörlosigkeit oder schwere Schwerhörigkeit betrifft. Beide Folgen müssen durch die Körperverletzung verursacht worden sein und von Dauer sein.

Was bedeutet § 85 Z 3 StGB bezüglich der Arbeitsunfähigkeit?

Nach § 85 Z 3 StGB liegt eine schwere Dauerfolge vor, wenn die Körperverletzung eine voraussichtlich dauernde Arbeitsunfähigkeit von mehr als 6 Monaten zur Folge hat. Dies ist ein quantitatives Kriterium, das ärztlich zu prognostizieren ist.

Unterscheidet § 85 zwischen Abs. 1 und Abs. 2?

Ja, § 85 Abs. 1 StGB erfasst die Körperverletzung mit Dauerfolgen allgemein mit 1–5 Jahren Freiheitsstrafe. § 85 Abs. 2 stellt besonders schwere Fälle unter erhöhte Strafdrohung von 2–10 Jahren, wenn der Täter besonders rücksichtslos oder die Folgen besonders schwerwiegend sind.

Kann eine Dauerfolge auch ohne vorsätzliches Handeln vorliegen?

Ja, § 85 StGB setzt im Grundtatbestand (Abs. 1) nur eine Körperverletzung voraus, die fahrlässig begangen sein kann. Der Strafrahmen beträgt in diesem Fall bis zu 3 Jahre. Bei Vorliegen besonderer erschwerender Umstände kann sich dies jedoch erhöhen.

Verwandte Rechner

StGB § 85 Körperverletzung mit schweren Dauerfolgen Rechner 2026 (AT) | RuleCalc | RuleCalc