§ 70 AktG

Verteilung des Abwicklungserlöses nach Begleichung aller Schulden

Letzte Aktualisierung: 1. 1. 2026 · Gültig für: 2026 · Version: 1.0.0

Rechtsgrundlage

Kurz zum Thema: AktG Liquidationsquote Rechner 2026

## AktG § 70 — Liquidationsquote Die Liquidation einer Aktiengesellschaft folgt strengen Regeln, die das AktG in § 70 festlegt. Die Liquidationsquote ist ein wichtiger Indikator für das Risiko, das Aktionäre bei einer Investition in eine AG eingehen: Sie zeigt, wie viel vom investierten Kapital im schlechtesten Fall zurückfließen würde. ### Verteilungsreihenfolge bei Liquidation Das AktG schreibt eine klare Verteilungsreihenfolge vor: Zuerst sind die Gläubiger vollständig zu befriedigen — dies umfasst alle Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Darlehen, Anleihen und sonstigen Verpflichtungen. Erst danach — und nur aus dem verbleibenden Restvermögen — erhalten die Aktionäre ihren Anteil. ### Berechnung der Liquidationsquote Die Quote berechnet sich als Verhältnis des an die Aktionäre ausgeschütteten Betrags zum Grundkapital: Eine Quote von 100% bedeutet, dass die Aktionäre ihr gesamtes investiertes Kapital zurückerhalten. Eine Quote von 50% bedeutet, dass nur die Hälfte des investierten Kapitals zurückfließt. Eine Quote von 0% bedeutet Totalverlust. ### Praktische Bedeutung Für Aktionäre ist die Liquidationsquote ein wichtiger Indikator für das mit einer Aktie verbundene Risiko. Wachstumsunternehmen mit hohem Verschuldungsgrad tendieren zu niedrigeren Liquidationsquoten, während solide finanzierte Unternehmen typischerweise höhere Quoten aufweisen. Der Rechner ermöglicht eine schnelle Einschätzung des worst-case-Szenarios.

Häufige Fragen zu § 70 AktG

Was ist die Liquidationsquote?

Die Liquidationsquote zeigt, wie viel von ihrem investierten Kapital die Aktionäre im Fall einer Unternehmensliquidation zurückerhalten. Sie ergibt sich aus dem nach Begleichung aller Verbindlichkeiten verbleibenden Vermögen, dividiert durch das Grundkapital.

Wer wird bei einer Liquidation zuerst bedient?

Gemäß § 70 AktG werden zuerst die Gläubiger der Gesellschaft vollständig befriedigt. Erst danach — und nur wenn ein Restvermögen verbleibt — erhalten die Aktionäre ihren Anteil proportional zum Grundkapital.

Was bedeutet eine Quote von 0%?

Eine Liquidationsquote von 0% bedeutet, dass nach Begleichung aller Verbindlichkeiten kein Restvermögen mehr für die Aktionäre verbleibt. Die Aktionäre verlieren ihr gesamtes investiertes Kapital.

Können Aktionäre eine Nachschusspflicht haben?

Nein, bei einer AG ist die Haftung der Aktionäre auf den Nennbetrag ihrer Aktien beschränkt — das sogenannte Kapitalschutzprinzip. Im Insolvenzfall können die Aktionäre also nicht zur Nachschusszahlung verpflichtet werden.

Was passiert bei Überschuldung?

Übersteigen die Verbindlichkeiten das Vermögen (Überschuldung), ist keine Ausschüttung an die Aktionäre möglich. Die Gesellschaft ist überschuldet und muss ein Insolvenzverfahren einleiten. In diesem Fall erhalten die Gläubiger eine Quote, die von der vorhandenen Masse abhängt.

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