Verteilung des Abwicklungserlöses nach Begleichung aller Schulden
Rechtsgrundlage
- § 70 Aktiengesetz (BGBl. Nr. 98/1965) ↗
§ 70 AktG — Verteilung des Vermögens bei Liquidation: Zuerst Gläubiger befriedigen, dann Aktionäre proportional
Gültig ab: 1. 1. 2024
Kurz zum Thema: AktG Liquidationsquote Rechner 2026
Häufige Fragen zu § 70 AktG
Was ist die Liquidationsquote?
Die Liquidationsquote zeigt, wie viel von ihrem investierten Kapital die Aktionäre im Fall einer Unternehmensliquidation zurückerhalten. Sie ergibt sich aus dem nach Begleichung aller Verbindlichkeiten verbleibenden Vermögen, dividiert durch das Grundkapital.
Wer wird bei einer Liquidation zuerst bedient?
Gemäß § 70 AktG werden zuerst die Gläubiger der Gesellschaft vollständig befriedigt. Erst danach — und nur wenn ein Restvermögen verbleibt — erhalten die Aktionäre ihren Anteil proportional zum Grundkapital.
Was bedeutet eine Quote von 0%?
Eine Liquidationsquote von 0% bedeutet, dass nach Begleichung aller Verbindlichkeiten kein Restvermögen mehr für die Aktionäre verbleibt. Die Aktionäre verlieren ihr gesamtes investiertes Kapital.
Können Aktionäre eine Nachschusspflicht haben?
Nein, bei einer AG ist die Haftung der Aktionäre auf den Nennbetrag ihrer Aktien beschränkt — das sogenannte Kapitalschutzprinzip. Im Insolvenzfall können die Aktionäre also nicht zur Nachschusszahlung verpflichtet werden.
Was passiert bei Überschuldung?
Übersteigen die Verbindlichkeiten das Vermögen (Überschuldung), ist keine Ausschüttung an die Aktionäre möglich. Die Gesellschaft ist überschuldet und muss ein Insolvenzverfahren einleiten. In diesem Fall erhalten die Gläubiger eine Quote, die von der vorhandenen Masse abhängt.