§ 75 AktG

Verteilung des Bilanzgewinns auf Rücklage und Dividenden

Letzte Aktualisierung: 1. 1. 2026 · Gültig für: 2026 · Version: 1.0.0

Rechtsgrundlage

Kurz zum Thema: AktG Gewinnverteilung Rechner 2026

## AktG § 75 — Gewinnverteilung Die Gewinnverteilung ist einer der zentralen Beschlüsse im Jahreszyklus einer Aktiengesellschaft. Das AktG regelt in § 75 die verbindliche Verteilungsreihenfolge und schützt damit sowohl die Gläubigerinteressen als auch die Aktionärsrechte. ### Die gesetzliche Rücklage als Priorität Bevor eine Dividende ausgeschüttet werden kann, ist die gesetzliche Rücklage zu dotieren. Diese Pflichtzuführung beträgt mindestens 5% des Bilanzgewinns — sofern die Rücklage noch nicht 10% des Grundkapitals erreicht hat. Diese Regelung stellt sicher, dass das Unternehmen systematisch Eigenkapital aufbaut, bevor Gewinne ausgeschüttet werden. ### Berechnung der Dividende Nach Dotierung der Rücklage steht der verbleibende Bilanzgewinn zur Ausschüttung als Dividende zur Verfügung. Die Dividende pro Aktie ergibt sich aus dem ausschüttungsfähigen Betrag dividiert durch die Anzahl der ausgegebenen Aktien. Dies ermöglicht den direkten Vergleich der Dividendenrendite verschiedener Aktien. ### Gewinnvortrag und Verlustvortrag Nicht ausgeschüttete Gewinne können als Gewinnvortrag auf neue Rechnung vorgetragen werden. Dieser steht in Folgejahren zur Verfügung — entweder für zusätzliche Dividendenausschüttungen oder für Investitionen. Bei Verlusten kann ein Verlustvortrag entstehen, der mit zukünftigen Gewinnen zu verrechnen ist. ### Beschlussfassung Die Hauptversammlung beschließt auf Grundlage des von Vorstand und Aufsichtsrat vorgelegten Gewinnverwendungsantrags über die Dividende. Dabei sind die Interessen der Aktionäre und die Erfordernisse des Unternehmens in Balance zu bringen — eine zu hohe Ausschüttung kann die finanzielle Stabilität gefährden, eine zu niedrige enttäuscht die Aktionäre.

Häufige Fragen zu § 75 AktG

Wie wird der Bilanzgewinn einer AG verteilt?

Gemäß § 75 AktG ist zunächst die gesetzliche Rücklage zu dotieren (5% des Bilanzgewinns bis 10% des Grundkapitals). Der verbleibende Betrag steht als Dividende zur Ausschüttung an die Aktionäre oder als Gewinnvortrag zur Verfügung.

Was ist die Dividende pro Aktie?

Die Dividende pro Aktie ergibt sich aus dem zur Ausschüttung verfügbaren Bilanzgewinn dividiert durch die Anzahl der Aktien. Sie bestimmt den pro Aktie ausgeschütteten Betrag — ein zentraler Maßstab für die Rendite einer Aktie.

Kann eine AG den gesamten Bilanzgewinn als Dividende ausschütten?

Nein, der Bilanzgewinn muss zuerst für die Dotierung der gesetzlichen Rücklage verwendet werden, bis diese 10% des Grundkapitals erreicht. Erst der verbleibende Betrag ist ausschüttungsfähig.

Was ist ein Gewinnvortrag?

Ein Gewinnvortrag entsteht, wenn der Bilanzgewinn nicht vollständig ausgeschüttet wird. Der nicht ausgeschüttete Betrag wird auf neue Rechnung vorgetragen und kann in Folgejahren als Dividende ausgeschüttet oder zur weiteren Dotierung der Rücklagen verwendet werden.

Wer entscheidet über die Gewinnverwendung?

Die Hauptversammlung beschließt über die Verwendung des Bilanzgewinns — auf Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat. Der Vorstand erstellt den Gewinnverwendungsantrag, der Aufsichtsrat prüft und billigt ihn, bevor die Hauptversammlung entscheidet.

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