§ 207 UGB

Strenges Niederstwertprinzip für Umlaufvermögen

Letzte Aktualisierung: 1. 1. 2026 · Gültig für: 2026 · Version: 1.0.0

Rechtsgrundlage

Kurz zum Thema: UGB Umlaufvermögen Abschreibung Rechner 2026

## UGB § 207 — Abschreibung des Umlaufvermögens Das Umlaufvermögen umfasst alle Vermögensgegenstände, die nicht dauerhaft dem Geschäftsbetrieb dienen sollen: Vorräte, Forderungen, Wertpapiere und flüssige Mittel. Die Bewertung dieser Posten zum Bilanzstichtag folgt dem in § 207 UGB kodifizierten strengen Niederstwertprinzip. ### Das strenge Niederstwertprinzip Anders als beim Anlagevermögen, wo das gemilderte Niederstwertprinzip gilt, muss beim Umlaufvermögen zwingend der niedrigere Wert aus Anschaffungskosten und dem aktuellen Börsenkurs beziehungsweise Marktpreis angesetzt werden. Eine Prognose, ob die Wertminderung voraussichtlich dauerhaft oder nur vorübergehend ist, ist nicht zulässig. ### Praktische Anwendung Für börsennotierte Wertpapiere des Umlaufvermögens ist der Bilanzstichtagskurs maßgeblich. Bei Rückgang unter die Anschaffungskosten ist eine Abschreibung zwingend. Für Vorräte kann stattdessen der Nettoveräußerungswert (Verkaufserlös abzüglich Veräußerungskosten) angesetzt werden, sofern dieser niedriger ist als die Anschaffungs- oder Herstellungskosten. ### Zuschreibung Steigt der Wert nach einer Abschreibung wieder, ist grundsätzlich eine Zuschreibung bis zu den ursprünglichen Anschaffungskosten vorzunehmen. Diese Aufholung ist Ausdruck des True-and-Fair-View-Grundsatzes und stellt sicher, dass die Bilanz die tatsächliche wirtschaftliche Lage widerspiegelt.

Häufige Fragen zu § 207 UGB

Was ist das strenge Niederstwertprinzip?

Das strenge Niederstwertprinzip nach § 207 UGB schreibt vor, dass Umlaufvermögen zum niedrigeren Wert aus Anschaffungskosten oder Börsenkurs/Marktpreis zu bewerten ist. Dies gilt unabhängig davon, ob die Wertminderung voraussichtlich dauerhaft oder vorübergehend ist.

Gilt das Niederstwertprinzip auch für Vorräte?

Ja, das Niederstwertprinzip gilt auch für Vorräte. Bei Vorräten ist jedoch zu beachten, dass Abschreibungen auf den Nettoveräußerungswert vorgenommen werden können, wenn dieser niedriger ist als die Anschaffungs- oder Herstellungskosten.

Was ist der Unterschied zwischen vorübergehender und dauerhafter Wertminderung?

Beim strengen Niederstwertprinzip ist dieser Unterschied irrelevant — jede Wertminderung unter die Anschaffungskosten ist durch Abschreibung zu berücksichtigen. Bei vorübergehender Wertminderung kann jedoch eine Zuschreibungspflicht bestehen, wenn der Wert wieder steigt.

Wie wird der Börsenkurs ermittelt?

Der Börsenkurs ist der am Bilanzstichtag notierende Kurs an einer Wertpapier- oder Warenbörse. Für nicht börsennotierte Vermögensgegenstände ist der Marktpreis maßgeblich — ein hypothetischer Preis, der bei einem gewöhnlichen Geschäftsverkehr erzielbar wäre.

Was bedeutet Abschreibung auf den niedrigeren Wert?

Wenn der Börsenkurs oder Marktpreis unter den Anschaffungskosten liegt, muss der Vermögensgegenstand auf diesen niedrigeren Wert abgeschrieben werden. Die Differenz zwischen Anschaffungskosten und dem niedrigeren beizulegenden Zeitwert wird als Abschreibung bilanziert.

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