KSchG § 5a Fernabsatz-Widerrufsrechner: Prüfen Sie Ihr 14-tägiges Widerrufsrecht bei Online-, Telefon- oder Briefbestellungen in Österreich. Berücksichtigt alle Ausnahmen gemäß § 5f KSchG.
Rechtsgrundlage
- § 5a Konsumentenschutzgesetz (KSchG) ↗
Fernabsatzgeschäfte — Anwendungsbereich, Informationspflichten
Gültig ab: 9. 7. 2024
- § 5b Konsumentenschutzgesetz (KSchG) ↗
Rücktrittsrecht — 14-Tage-Frist für Fernabsatzgeschäfte
Gültig ab: 9. 7. 2024
- § 5c Konsumentenschutzgesetz (KSchG) ↗
Rücktrittsfrist — Beginn der Widerrufsfrist
Gültig ab: 9. 7. 2024
- § 5f Konsumentenschutzgesetz (KSchG) ↗
Ausnahmen vom Rücktrittsrecht — personalisierte, hygiene, schnellverderbliche Waren
Gültig ab: 9. 7. 2024
Kurz zum Thema: Fernabsatz-Widerrufsrecht in Österreich
Das Konsumentenschutzgesetz (KSchG) räumt Verbrauchern in Österreich ein 14-tägiges Widerrufsrecht ein, wenn sie einen Vertrag außerhalb von Geschäftsräumen abgeschlossen haben — insbesondere über Fernkommunikationsmittel wie das Internet, Telefon, Brief oder E-Mail. Diese Regelung dient dem Schutz der Verbraucher, die beim Fernabsatz keine Möglichkeit haben, die Ware vorab zu prüfen oder den Anbieter persönlich kennenzulernen.
Was sind Fernabsatzgeschäfte?
Ein Fernabsatzgeschäft liegt vor, wenn der Vertrag ohne gleichzeitige körperliche Anwesenheit beider Vertragsparteien geschlossen wird — etwa bei einem Online-Shop, telefonischer Bestellung, per Brief oder sogar über einen digitalen Marktplatz. Der Unternehmer muss dabei im Rahmen seiner Geschäftstätigkeit handeln, also gewerblich oder beruflich agieren.
Die 14-tägige Widerrufsfrist
Der Verbraucher hat das Recht, den Vertrag innerhalb von 14 Tagen zu widerrufen. Diese Frist beginnt bei Waren erst mit Erhalt der Ware zu laufen — bei kombinierten Verträgen oder Teilsendungen erst mit Erhalt des letzten Gutes. Bei Dienstleistungen beginnt die Frist mit Vertragsschluss. Wird der Verbraucher nicht über sein Rücktrittsrecht informiert, verlängert sich die Frist auf bis zu 12 Monate und 14 Tage nach Ende der ursprünglichen Frist.
Ausnahmen vom Widerrufsrecht
Das Gesetz sieht jedoch in § 5f KSchG mehrere Ausnahmen vor, bei denen kein Widerrufsrecht besteht: personalisierte Waren, Hygieneartikel bei geöffneter Verpackung, schnell verderbliche Produkte, Waren nach Kundenspezifikation sowie versiegelte Waren deren Versiegelung entfernt wurde. Auch bei Lieferungen von alkoholischen Getränken, deren Preis vereinbart wurde, oder bei festen Gütern deren Preis von Finanzmarktschwankungen abhängt, besteht kein Widerrufsrecht.
Praktische Tipps für Verbraucher
Um Ihr Widerrufsrecht auszuüben, sollten Sie dies idealerweise schriftlich tun — per E-Mail mit Lesebestätigung oder eingeschriebenen Brief. Die Frist ist gewahrt, wenn Sie die Widerrufserklärung vor Ablauf der 14 Tage absenden. Nach Widerruf müssen Sie die Ware innerhalb von 14 Tagen zurücksenden. Der Unternehmer muss den Kaufpreis innerhalb von 14 Tagen zurückerstatten.
Häufige Fragen zum Fernabsatz-Widerrufsrecht
Wie lange habe ich Zeit, einen Fernabsatzvertrag zu widerrufen?
Sie haben grundsätzlich 14 Tage Zeit, ab dem Tag an dem Sie die Ware erhalten haben (bei Waren) oder ab Vertragsschluss (bei Dienstleistungen und digitalen Inhalten), Ihren Vertrag zu widerrufen. Die Frist beginnt erst, wenn Sie über das Rücktrittsrecht informiert wurden.
Welche Waren sind vom Widerrufsrecht ausgeschlossen?
Gemäß § 5f KSchG gibt es mehrere Ausnahmen: personalisierte Waren, Hygieneartikel, schnell verderbliche Ware, Waren die nach Kundenspezifikation angefertigt wurden, sowie versiegelte Waren deren Versiegelung entfernt wurde. Bei personalisierten Produkten (z.B. gravierte Schmuckstücke) besteht kein Widerrufsrecht.
Wann beginnt die Widerrufsfrist bei Waren?
Bei Waren beginnt die 14-tägige Widerrufsfrist erst mit Erhalt der Ware durch den Verbraucher (§ 5c Abs. 1 KSchG). Wenn die Ware in mehreren Teilsendungen geliefert wird, beginnt die Frist erst mit Erhalt der letzten Teilsendung. Bei kombinierten Verträgen (Waren + Dienstleistung) beginnt die Frist ebenfalls ab dem letzten erhaltenen Gut.
Wie muss ich den Widerruf erklären?
Der Widerruf kann formfrei erfolgen — also auch per E-Mail, Brief oder telefonisch. Der Unternehmer muss jedoch ein Rücktrittsformular bereitstellen. Empfehlenswert ist die schriftliche Form mit Empfangsbestätigung, um die Fristwahrung nachweisen zu können. Die Beweislast für die fristgerechte Erklärung liegt beim Verbraucher.
Was passiert, wenn ich die versiegelte Ware bereits geöffnet habe?
Wenn die Ware versiegelt geliefert wurde (z.B. Software, DVDs, Kosmetikprodukte) und Sie das Versiegelung entfernt haben, können Sie das Widerrufsrecht nicht mehr ausüben (§ 5f Z 6 KSchG). Dies gilt insbesondere für Software, die entsiegelt wurde, oder Kosmetikprodukte deren Originalverpackung geöffnet wurde.
Wer trägt die Kosten für die Rücksendung?
Grundsätzlich muss der Unternehmer die unmittelbaren Kosten der Rücksendung tragen, wenn der Unternehmer den Verbraucher über diese Pflicht informiert hat. Wenn der Unternehmer diese Information unterlassen hat, trägt er die Kosten. Der Verbraucher muss nur dann die Kosten tragen, wenn er trotz korrekter Information eine teurere Versandart gewählt hat.