§ 12 AZG — Wöchentliche Ruhezeit

Berechnen Sie die wöchentliche Ruhezeit nach § 12 AZG. Geben Sie Ihre Arbeits- und Freistellungstage ein — der Rechner prüft, ob die gesetzliche Mindestwochenruhe von 36 Stunden eingehalten wird.

Letzte Aktualisierung: 1. 1. 2026 · Gültig für: 2026 · Version: 1.0.0

Rechtsgrundlage

Kurz zum Thema: Wöchentliche Ruhezeit nach § 12 AZG

Gesetzliche Grundlage der wöchentlichen Ruhezeit

Das österreichische Arbeitszeitgesetz (AZG) sichert in § 12 den Anspruch auf eine wöchentliche Ruhezeit von mindestens 36 zusammenhängenden Stunden zu. Diese Bestimmung ergänzt die tägliche Ruhezeit nach § 11 AZG und gewährleistet, dass Arbeitnehmer regelmäßig ausreichend Zeit zur Erholung haben. Die 36-Stunden-Mindestwochenruhe entspricht einemvollständiges Wochenende — vom Samstag 0:00 bis Montag 12:00 wären das 60 Stunden, womit die gesetzliche Mindestvorgabe deutlich überschritten wird.

Zusammenhängende Ruhezeit

Entscheidend ist, dass die 36 Stunden am Stück gewährt werden — also ohne Unterbrechung durch Arbeitszeiten. Eine Aufteilung auf Montagvormittag und Freitagnachmittag wäre keine gültige Wochenruhe, selbst wenn die Summe 36 Stunden ergibt. Die Ruhezeit muss einen vollständigen Kalendertag oder mehrere vollständige Kalendertage umfassen.

Verhältnis zur täglichen Ruhezeit

Die wöchentliche Ruhezeit baut auf der täglichen Ruhezeit nach § 11 AZG auf. Wenn ein Arbeitnehmer an einem Tag um 14:00 Uhr die Arbeit beendet und am nächsten Tag um 01:00 Uhr wieder arbeitet, beträgt die tägliche Ruhezeit nur 11 Stunden — das ist für den einzelnen Tag zulässig, schränkt aber die verfügbare Zeit für die Wochenruhe ein. Bei einer 6-Tage-Woche mit nur einem freien Tag verbleiben rechnerisch nur 24 Stunden für die Wochenruhe, was unter der gesetzlichen Mindestvorgabe von 36 Stunden liegt.

Ausnahmen und Abweichungen

In bestimmten Branchen kann die Wochenruhe durch Kollektivvertrag geregelt werden. So sehen manche Kollektivverträge für die Gastronomie, den Handel oder die Pflege abweichende Regelungen vor, die eine flexiblere Verteilung der Ruhezeiten ermöglichen. Voraussetzung ist stets, dass im Durchschnitt über einen bestimmten Zeitraum die gesetzlichen Mindeststandards eingehalten werden und ein angemessener Ausgleich gewährt wird.

Kontrolle und Durchsetzung

Die Einhaltung der AZG-Bestimmungen zur Wochenruhe wird von der Arbeitsinspektion überwacht. Arbeitgeber sind verpflichtet, Aufzeichnungen über die Arbeitszeiten zu führen und auf Verlangen vorzulegen. Bei Verstößen drohen Verwaltungsstrafen, die je nach Schwere und Häufigkeit der Übertretung deutlich ausfallen können.

Häufige Fragen zur wöchentlichen Ruhezeit nach § 12 AZG

Wie viel Ruhezeit steht mir pro Woche zu?

Nach § 12 Abs. 1 AZG hat jeder Arbeitnehmer Anspruch auf mindestens 36 zusammenhängende Stunden Ruhezeit pro Woche. In der Praxis bedeutet das üblicherweise ein freies Wochenende — Samstag und Sonntag oder eine vergleichbare Kombination.

Müssen die 36 Stunden am Stück sein?

Ja, die Wochenruhe muss grundsätzlich zusammenhängend gewährt werden. Eine Aufteilung auf mehrere kürzere Ruhezeiten ist nur in eng begrenzten Ausnahmefällen durch § 12 Abs. 2 AZG und nur bei Vorliegen eines Kollektivvertrags oder einer behördlichen Bewilligung zulässig.

Gilt die Wochenruhe auch für Teilzeitbeschäftigte?

Ja, die 36-Stunden-Mindestwochenruhe gilt für alle Arbeitnehmer, unabhängig von der vereinbarten Arbeitszeit. Allerdings kann bei Teilzeit mit einer geringen Wochenstundenzahl die Ruhezeit rechnerisch kürzer ausfallen — in diesem Fall gilt die tatsächliche Ruhezeit, nicht das gesetzliche Minimum.

Was passiert, wenn die Wochenruhe wiederholt unterschritten wird?

Wiederholte Verstöße gegen die Wochenruhe können zu Verwaltungsstrafen gegen den Arbeitgeber führen. Die Arbeitsinspektion überwacht die Einhaltung und kann bei wiederholten Verstößen auch Strafen verhängen. Arbeitnehmer können bei systematischen Verstößen auch arbeitsrechtliche Konsequenzen geltend machen.

Wie berechnet sich die Wochenruhe bei wechselndem Schichtplan?

Bei einem rotierenden Schichtplan muss der Durchschnitt über einen repräsentativen Zeitraum (in der Regel ein Monat) betrachtet werden. Jeder einzelne Wochenplan muss die 36-Stunden-Grenze einhalten — ein Ausgleich über mehrere Wochen ist nur eingeschränkt möglich.

Kann die Wochenruhe auf 24 Stunden verkürzt werden?

Eine generelle Verkürzung auf 24 Stunden ist gesetzlich nicht vorgesehen. In bestimmten Branchen kann jedoch durch Kollektivvertrag eine Verkürzung auf bis zu 24 Stunden für einzelne Kalenderwochen vorgesehen werden, wenn dies durch die Eigenart der Arbeit gerechtfertigt ist und ein angemessener Ausgleich gewährt wird.

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