§ 39b Abs. 3 EStG

Berechnen Sie Ihr Netto-Urlaubsgeld 2026 nach Abzug von Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag, Kirchensteuer und Sozialversicherungsbeiträgen. Urlaubsgeld wird als sonstiger Bezug nach § 39b Abs. 3 EStG besteuert.

Urlaubsgeld Rechner 2026

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Letzte Aktualisierung: 17. 3. 2026 · Gültig für: 2026 · Version: 1.0.0

Rechtsgrundlage

Urlaubsgeld in Deutschland: Steuer, SV und Netto-Berechnung

Urlaubsgeld ist eine freiwillige Sonderzahlung des Arbeitgebers, die zusätzlich zum regulären Gehalt während der Urlaubszeit gezahlt wird. Anders als das gesetzlich vorgeschriebene Urlaubsentgelt (§ 11 BUrlG), das die Lohnfortzahlung während des Urlaubs sicherstellt, handelt es sich beim Urlaubsgeld um eine Gratifikation ohne gesetzlichen Anspruch.

Steuerliche Behandlung als sonstiger Bezug

Urlaubsgeld wird steuerrechtlich als sonstiger Bezug gemäß § 39b Abs. 3 EStG behandelt. Die Lohnsteuerberechnung erfolgt nach der Jahreslohnsteuermethode: Der Arbeitgeber berechnet die Jahressteuer auf den bisherigen laufenden Arbeitslohn plus den sonstigen Bezug und zieht davon die Steuer auf den bisherigen laufenden Arbeitslohn ab. Die Differenz ist die auf den sonstigen Bezug entfallende Lohnsteuer.

Sozialversicherungspflicht des Urlaubsgelds

Urlaubsgeld unterliegt als Einmalzahlung der Sozialversicherungspflicht. Beiträge zur Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung werden bis zur jeweiligen Beitragsbemessungsgrenze (BBG) erhoben. Im Jahr 2026 gelten folgende monatliche BBG-Werte: KV/PV 5.512,50 € und RV/AV 8.050 € (West). Übersteigt die Summe aus laufendem Gehalt und Urlaubsgeld die BBG, fallen nur anteilige Beiträge an.

Anspruch auf Urlaubsgeld

Ein Anspruch auf Urlaubsgeld besteht nur dann, wenn er im Arbeitsvertrag, in einer Betriebsvereinbarung oder im Tarifvertrag vereinbart ist. Darüber hinaus kann nach Rechtsprechung des BAG eine betriebliche Übung entstehen, wenn der Arbeitgeber drei Jahre lang vorbehaltlos Urlaubsgeld gezahlt hat. Rund 47 % der Arbeitnehmer in Deutschland erhalten laut WSI-Tarifarchiv Urlaubsgeld, wobei die Quote in tarifgebundenen Betrieben deutlich höher liegt.

Urlaubsgeld und Steuerklasse

Die Höhe des Lohnsteuerabzugs hängt maßgeblich von der Steuerklasse ab. In Steuerklasse III (verheiratete Alleinverdiener) fällt der Abzug deutlich niedriger aus als in Steuerklasse I oder IV. Dieser Rechner berücksichtigt vereinfacht den Steuerklasseneffekt bei sonstigen Bezügen und liefert eine solide Netto-Schätzung.

Häufige Fragen zum Urlaubsgeld

Ist Urlaubsgeld Pflicht?

Es gibt keinen gesetzlichen Anspruch auf Urlaubsgeld. Ein Anspruch entsteht durch Tarifvertrag, Betriebsvereinbarung oder einzelvertragliche Regelung. Auch eine betriebliche Übung kann nach drei Jahren einen Anspruch begründen.

Wie wird Urlaubsgeld versteuert?

Urlaubsgeld ist voll steuer- und sozialversicherungspflichtig und wird als sonstiger Bezug im Auszahlungsmonat mit dem laufenden Lohn zusammen versteuert. Die Lohnsteuer berechnet sich nach § 39b Abs. 3 EStG als Jahreslohnsteuerdifferenz.

Was ist der Unterschied zwischen Urlaubsgeld und Urlaubsentgelt?

Das Urlaubsentgelt (§ 11 BUrlG) ist die gesetzlich geschuldete Lohnfortzahlung während des Urlaubs. Das Urlaubsgeld ist eine freiwillige Sonderzahlung des Arbeitgebers — eine Gratifikation, die zusätzlich zum Urlaubsentgelt gezahlt wird.

Wird Urlaubsgeld bei der Beitragsbemessungsgrenze berücksichtigt?

Ja. Urlaubsgeld ist als Einmalzahlung bis zur jeweiligen Beitragsbemessungsgrenze (KV/PV: 5.512,50 € monatlich; RV/AV: 8.050 € monatlich West, 2026) sozialversicherungspflichtig. Liegt das laufende Gehalt plus Urlaubsgeld über der BBG, werden nur anteilige SV-Beiträge fällig.

Muss ich Urlaubsgeld zurückzahlen, wenn ich kündige?

Rückzahlungsklauseln für Urlaubsgeld sind nur unter engen Voraussetzungen wirksam. Das BAG verlangt, dass die Rückzahlung an ein bestimmtes Stichtagsdatum geknüpft ist und der Betrag eine angemessene Grenze nicht überschreitet. Tarifverträge enthalten oft klare Regelungen hierzu.

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