Wie lange reicht Ihr Fondskapital bei regelmäßiger Entnahme? Unser Rechner simuliert die monatliche Kapitalentwicklung unter Berücksichtigung von Rendite und Inflation — und zeigt Ihnen die nachhaltige Entnahmerate ohne Kapitalverzehr.
Fondsentnahme Rechner — Kapitalverzehr
Rechtsgrundlage
- § 20 Einkommensteuergesetz (EStG) ↗
Einkünfte aus Kapitalvermögen — Ertragsanteil der Entnahme steuerpflichtig
Gültig ab: 1. 1. 2026
- § 19 Investmentsteuergesetz (InvStG) ↗
Veräußerung von Investmentanteilen — Gewinnermittlung bei Fondsanteilen
Gültig ab: 1. 1. 2026
Fondsentnahme und Kapitalverzehr — so planen Sie richtig
So funktioniert der Fondsentnahme-Rechner
Der Fondsentnahme-Rechner simuliert die monatliche Kapitalentwicklung bei regelmäßiger Entnahme aus einem Fondsportfolio. Jeden Monat wird das Restkapital mit der monatlichen Rendite verzinst und anschließend der Entnahmebetrag abgezogen. So sehen Sie monatsgenau, wann Ihr Kapital aufgebraucht ist — oder ob es bei konservativer Entnahme praktisch unbegrenzt reicht.
Die 4%-Regel und nachhaltige Entnahme
Die berühmte 4%-Regel stammt aus der Trinity Study (1998) und besagt, dass ein diversifiziertes Aktienportfolio bei einer Entnahmerate von 4% pro Jahr historisch betrachtet mindestens 30 Jahre durchgehalten hat. Unser Rechner geht einen Schritt weiter: Er berechnet die exakte nachhaltige Entnahmerate für Ihr individuelles Szenario — also den Betrag, bei dem nur die Erträge entnommen werden und das Kapital nominal erhalten bleibt.
Steuerliche Behandlung der Fondsentnahme
Bei der Entnahme aus einem Investmentfonds wird steuerlich zwischen dem eingezahlten Kapital und dem Ertragsanteil unterschieden. Nur der Gewinnanteil unterliegt der Abgeltungsteuer von 25% zuzüglich Solidaritätszuschlag (§ 20 EStG). Bei Investmentfonds kommt zudem die Teilfreistellung nach § 20 InvStG zum Tragen: Aktienfonds erhalten 30% Teilfreistellung, Mischfonds 15%. Der Sparerpauschbetrag von 1.000 € (Ledige) bzw. 2.000 € (Verheiratete) mindert die Steuerlast zusätzlich. Durch geschickte Planung der Entnahmen — etwa durch die Verteilung auf mehrere Jahre — lässt sich die Steuerbelastung optimieren.
Inflation und Kaufkraft
Ein häufig unterschätzter Faktor bei der Ruhestandsplanung ist die Inflation. Bei einer durchschnittlichen Inflation von 2% pro Jahr verliert eine monatliche Entnahme von 1.500 € in 20 Jahren rund ein Drittel ihrer Kaufkraft. Die Realrendite (Nominalrendite abzüglich Inflation) zeigt, wie viel Ihr Portfolio tatsächlich erwirtschaftet. Bei 5% Nominalrendite und 2% Inflation liegt die Realrendite bei 3%. Wer die Kaufkraft erhalten will, sollte die monatliche Entnahme jährlich um die Inflationsrate erhöhen — was das Kapital schneller aufzehrt.
Planungshinweise für den Kapitalverzehr
Für eine verlässliche Ruhestandsplanung empfiehlt es sich, mehrere Szenarien durchzurechnen: ein optimistisches (7% Rendite), ein moderates (5%) und ein pessimistisches (3%). Die Puffermarge zwischen dem tatsächlichen Kapitalbedarf und dem vorhandenen Vermögen sollte mindestens 20% betragen, um Schwankungen am Kapitalmarkt abzufedern. Beachten Sie außerdem, dass die Lebenserwartung stetig steigt — planen Sie großzügig und rechnen Sie mit einer Entnahmedauer von mindestens 30 bis 35 Jahren ab Renteneintritt.
Häufige Fragen zur Fondsentnahme
Wie lange reicht mein Fondskapital bei monatlicher Entnahme?
Das hängt von der Rendite, der monatlichen Entnahme und der Inflation ab. Als Faustregel gilt die 4%-Regel (Trinity Study): Bei einer jährlichen Entnahme von 4% des Startkapitals hält das Portfolio historisch betrachtet mindestens 30 Jahre. Unser Rechner simuliert Ihre individuelle Situation monatsgenau.
Muss ich auf Fondsentnahmen Steuern zahlen?
Ja, allerdings nur auf den Ertragsanteil der Entnahme — nicht auf das eingezahlte Kapital. Der Sparerpauschbetrag (1.000 € Ledige, 2.000 € Verheiratete) wird zuerst verrechnet. Die Abgeltungsteuer von 25% zuzüglich Solidaritätszuschlag gilt auf den Gewinnanteil (§ 20 EStG).
Was ist die nachhaltige Entnahmerate?
Die nachhaltige Entnahmerate ist der Betrag, den Sie monatlich entnehmen können, ohne das Kapital nominal aufzubrauchen. Sie entspricht dem reinen Zinsertrag: Startkapital × monatliche Rendite. Bei 300.000 € und 5% Jahresrendite sind das 1.250 € monatlich.
Wie wirkt sich die Inflation auf den Entnahmeplan aus?
Die Inflation mindert die Kaufkraft Ihrer Entnahmen über die Zeit. Die Realrendite (Nominalrendite minus Inflation) zeigt die tatsächliche Vermögensentwicklung. Bei 5% Rendite und 2% Inflation liegt die Realrendite bei nur 3%. Unser Rechner zeigt die Realrendite als Kennzahl.
Was passiert mit dem Restkapital bei einer Fondsentnahme?
Das Restkapital wächst durch die Rendite und sinkt durch die Entnahme. Bei einer höheren Entnahme als der nachhaltigen Rate verzehren Sie schrittweise Ihr Kapital. Der Rechner zeigt den Restbestand nach 10 und 20 Jahren sowie den Zeitpunkt, an dem das Kapital aufgebraucht ist.