Berechnen Sie Hebel, Break-Even und inneren Wert Ihres Optionsscheins. Unser Rechner zeigt Ihnen alle wichtigen Kennzahlen für Call- und Put-Optionsscheine — inklusive steuerlicher Hinweise nach § 20 Abs. 2 EStG.
Optionsschein Hebel Rechner
Rechtsgrundlage
- § 20 Abs. 2 Einkommensteuergesetz (EStG) ↗
Einkünfte aus Termingeschäften — Optionsscheine sind Termingeschäfte i.S.d. § 20 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 EStG
Gültig ab: 1. 1. 2026
- § 20 Abs. 6 Einkommensteuergesetz (EStG) ↗
Verlustverrechnungsbeschränkung bei Termingeschäften — max. 20.000 € pro Jahr verrechenbar
Gültig ab: 1. 1. 2026
Optionsschein Hebel — alles Wichtige auf einen Blick
Grundlagen: Wie funktioniert ein Optionsschein?
Ein Optionsschein (Warrant) ist ein verbriefstes Derivat, das dem Inhaber das Recht (aber nicht die Pflicht) gibt, einen Basiswert (z.B. Aktie, Index, Währung) zu einem festgelegten Preis — dem Strike (Basispreis) — zu kaufen (Call) oder zu verkaufen (Put). Im Gegensatz zu standardisierten Optionen an der Terminbörse werden Optionsscheine von Banken emittiert und an der Börse gehandelt. Das Bezugsverhältnis gibt dabei an, auf wie viele Einheiten des Basiswerts sich ein Optionsschein bezieht — typische Werte sind 0,01 bis 1,0.
Der Hebel: Chance und Risiko
Der Hebel ist das wichtigste Kennzeichen eines Optionsscheins. Er berechnet sich als: Basiswert × Bezugsverhältnis / Optionsschein-Kurs. Ein Hebel von 10 bedeutet: Steigt die zugrundeliegende Aktie um 1%, steigt der Optionsschein theoretisch um 10%. Dieser Effekt funktioniert in beide Richtungen — fällt die Aktie um 1%, verliert der Call-Optionsschein etwa 10%. Ein hoher Hebel bietet hohe Gewinnchancen, birgt aber ebenso hohes Verlustrisiko. Wichtig: Der Hebel ist kein konstanter Wert — er verändert sich mit jedem Kursanstieg oder -rückgang des Basiswerts sowie mit sinkender Restlaufzeit.
Innerer Wert und Zeitwert
Der Kurs eines Optionsscheins setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: dem inneren Wertund dem Zeitwert. Der innere Wert ist der sofort realisierbare Wert — bei einem Call-OS "im Geld" ist er positiv: (Basiswert − Strike) × Bezugsverhältnis. Ein Put-OS "im Geld" hat inneren Wert: (Strike − Basiswert) × Bezugsverhältnis. Liegt der Basiswert beim Call unter dem Strike (oder beim Put über dem Strike), ist der innere Wert 0 — der OS ist "aus dem Geld". Der Zeitwert ist die Differenz zwischen Kurs und innerem Wert und spiegelt die Restchance wider. Er verfällt täglich (Theta-Decay) und ist bei kurzer Restlaufzeit deutlich geringer.
Steuerliche Behandlung: § 20 Abs. 2 und 6 EStG
Gewinne aus Optionsscheinen unterliegen seit 2009 der Abgeltungsteuer (25% + 5,5% Soli + ggf. Kirchensteuer) nach § 20 Abs. 2 EStG. Eine wichtige Einschränkung gilt seit 2021: Verluste aus Termingeschäften (inkl. Optionsscheinen) können nach § 20 Abs. 6 Satz 5 EStG nur noch mit Gewinnen aus Termingeschäften verrechnet werden — maximal 20.000 € pro Veranlagungszeitraum. Diese Verlustverrechnungsbeschränkung wurde mehrfach verfassungsrechtlich angefochten und ist Gegenstand laufender Verfahren beim Bundesfinanzhof.
Häufige Fragen zum Optionsschein Hebel
Was ist der Hebel bei einem Optionsschein?
Der Hebel (auch Leverage) gibt an, um wie viel Prozent sich der Optionsschein-Kurs theoretisch verändert, wenn der Basiswert um 1% steigt (Call) oder fällt (Put). Ein Hebel von 10 bedeutet: Steigt die Aktie um 1%, steigt der Optionsschein um ca. 10%. Die Formel lautet: Hebel = Basiswert × Bezugsverhältnis / Optionsschein-Kurs.
Was ist das Bezugsverhältnis?
Das Bezugsverhältnis (auch Ratio) gibt an, auf wie viele Einheiten des Basiswerts sich ein Optionsschein bezieht. Ein Bezugsverhältnis von 0,1 bedeutet: 10 Optionsscheine berechtigen zum Kauf (Call) oder Verkauf (Put) von einer Aktie. Dadurch werden Optionsscheine für Privatanleger erschwinglicher.
Was ist der innere Wert eines Optionsscheins?
Der innere Wert ist der Teil des Optionsschein-Kurses, der durch die aktuelle Kursdifferenz zwischen Basiswert und Strike gedeckt ist. Bei einem Call: max(0, (Basiswert − Strike) × Bezugsverhältnis). Bei einem Put: max(0, (Strike − Basiswert) × Bezugsverhältnis). Ein Optionsschein "im Geld" hat einen positiven inneren Wert, einer "aus dem Geld" hat inneren Wert 0.
Wie werden Optionsscheine in Deutschland steuerlich behandelt?
Gewinne aus dem Verkauf von Optionsscheinen unterliegen als Termingeschäfte nach § 20 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 EStG der Abgeltungsteuer (25% + Soli + ggf. Kirchensteuer). Seit 2021 gilt eine strenge Verlustverrechnungsbeschränkung nach § 20 Abs. 6 Satz 5 EStG: Verluste aus Termingeschäften dürfen nur noch mit Gewinnen aus Termingeschäften verrechnet werden, max. 20.000 € pro Jahr.
Was ist der Break-Even-Kurs?
Der Break-Even-Kurs ist der Kurs des Basiswerts, bei dem der Optionsschein-Käufer weder Gewinn noch Verlust macht (bei Haltung bis zur Fälligkeit). Für Call-Optionsscheine: Strike + Optionsschein-Preis / Bezugsverhältnis. Für Put-Optionsscheine: Strike − Optionsschein-Preis / Bezugsverhältnis.
Was ist der Zeitwert und warum verfällt er?
Der Zeitwert (auch Aufgeld oder Prämie) ist die Differenz zwischen dem Optionsschein-Kurs und dem inneren Wert. Er spiegelt die Chance wider, dass der Optionsschein noch ins Geld läuft. Der Zeitwert nimmt mit abnehmender Restlaufzeit ab — dieses Phänomen nennt sich Theta-Decay. Am Laufzeitende ist der Zeitwert 0, der Optionsschein hat nur noch seinen inneren Wert.