Wie viel kostet ein Robo-Advisor wirklich im Vergleich zum günstigen ETF-Selbstkauf? Unser Rechner zeigt den langfristigen Einfluss von Verwaltungsgebühren auf Ihr Endkapital — mit exakter Zinseszins-Berechnung für Einmalanlagen und monatliche Sparpläne. Rechtliche Grundlage: § 20 EStG und InvStG.
Robo-Advisor Kostenvergleich Rechner
Rechtsgrundlage
- § 1 Investmentsteuergesetz (InvStG) ↗
Investmentfonds — steuerliche Behandlung von Kapitalerträgen aus Fonds
Gültig ab: 1. 1. 2026
- § 20 Einkommensteuergesetz (EStG) ↗
Einkünfte aus Kapitalvermögen — Abgeltungsteuer 25% + Soli auf realisierte Gewinne
Gültig ab: 1. 1. 2026
Robo-Advisor vs. ETF — langfristiger Kostenvergleich erklärt
Robo-Advisor vs. ETF-Selbstkauf — wo liegt der Unterschied?
Ein Robo-Advisor ist eine digitale Vermögensverwaltung, die automatisch ein Depot aus ETFs zusammenstellt, regelmäßig rebalanciert und steueroptimiert verwaltet. Dafür erhebt er eine jährliche Verwaltungsgebühr auf das Depotvolumen — typisch 0,3–0,9% p.a. Beim ETF-Selbstkauf kauft man direkt einen oder mehrere ETFs über eine Direktbank oder einen Broker. Man zahlt nur die TER des ETF, keine Verwaltungsgebühr.
Der Kostenunterschied und sein Langfristeffekt
Klingt klein, ist es langfristig aber nicht: Ein Kostenunterschied von 0,6 Prozentpunkten p.a. wirkt über den Zinseszins-Mechanismus exponentiell. Bei einer Anlage von 30.000 € plus 300 € monatlicher Sparrate über 20 Jahre mit 7% Brutto-Rendite führt der Unterschied zwischen 0,95% Gesamtkosten (Robo) und 0,15% TER (ETF-Selbstkauf) zu einem Endkapital-Unterschied von mehreren zehntausend Euro.
Wann lohnt sich ein Robo-Advisor trotzdem?
Für Anleger, die wenig Zeit oder Interesse an Kapitalmarktthemen haben, bietet ein Robo-Advisor klare Vorteile: automatisches Rebalancing, steueroptimierte Entnahmen, professionelle Asset-Allokation und einen strukturierten Anlageprozess. Für diese Services ist eine Gebühr von 0,5–0,8% p.a. fair — solange man sich des langfristigen Kostennachteils bewusst ist.
Rechenformel und Methodik
Unser Rechner verwendet die Standard-Zinseszinsformel für kombinierte Einmalanlagen und Sparpläne: FV = PV×(1+r)^n + PMT×((1+r)^n−1)/r, wobei r die monatliche Netto-Rendite und n die Anzahl der Monate ist. Die Netto-Rendite ergibt sich aus der Brutto-Rendite abzüglich aller Kosten. Beim Robo-Advisor werden zusätzlich interne ETF-Kosten von 0,2% p.a. berücksichtigt (Kosten der enthaltenen ETFs innerhalb des Robo-Portfolios).
Steuerliche Aspekte
Der Rechner zeigt Vor-Steuer-Endkapitale. Beim tatsächlichen Verkauf fallen auf die realisierten Kursgewinne Abgeltungsteuer (25% + Soli) nach § 20 EStG an. Da beide Varianten denselben Steuersatz unterliegen, bleibt der relative Kostennachteil des Robo-Advisors auch nach Steuern erhalten. Lediglich die Vorabpauschale nach § 18 InvStG kann bei thesaurierenden Fonds eine leichte jährliche Steuerlast verursachen.
Häufige Fragen zu Robo-Advisors und ETF-Kosten
Lohnt sich ein Robo-Advisor oder ist ETF-Selbstkauf besser?
Ein ETF-Selbstkauf ist langfristig fast immer kostengünstiger. Der Hauptvorteil eines Robo-Advisors ist die Einfachheit und automatische Rebalancierung. Bei einer Anlage von 50.000 € über 20 Jahre mit 7% Rendite kostet eine Robo-Gebühr von 0,75% p.a. (+ 0,2% interne ETF-Kosten) gegenüber einem ETF-TER von 0,15% rund 25.000–35.000 € an entgangenem Endkapital. Für Einsteiger kann der Service dennoch sinnvoll sein.
Was ist der Unterschied zwischen TER und Verwaltungsgebühr?
Die TER (Total Expense Ratio) ist die Gesamtkostenquote eines ETF und umfasst alle laufenden Fondskosten (Managementgebühr, Depotbankgebühr, etc.). Die Verwaltungsgebühr eines Robo-Advisors ist eine zusätzliche Servicegebühr auf das Depotvolumen — obendrauf zur TER der enthaltenen ETFs. Beim ETF-Selbstkauf zahlt man nur die TER, beim Robo-Advisor zahlt man TER + Verwaltungsgebühr + ggf. weitere Kosten.
Wie groß ist der Zinseszins-Effekt bei Kosten?
Der Zinseszins-Effekt wirkt auch bei Kosten: Jeder Euro, der als Gebühr abgezogen wird, fehlt nicht nur einmal, sondern auch als Grundlage für zukünftige Renditen. Bei 0,6 Prozentpunkten Kostenunterschied über 30 Jahre halbiert sich grob der kostenbedingte Renditenachteil auf das Endkapital — je nach Startkapital kann das 50.000 € oder mehr ausmachen.
Welche Steuern fallen auf Depot-Erträge an?
Realisierte Kursgewinne und Dividenden unterliegen in Deutschland der Abgeltungsteuer von 25% + 5,5% Solidaritätszuschlag (für Besserverdienende) = effektiv 26,375% auf die Erträge (§ 20 EStG). Der Sparerpauschbetrag beträgt 2026 pro Person 1.000 € (Freistellungsauftrag). Bei thesaurierenden ETFs fällt jährlich die Vorabpauschale nach InvStG an — auch ohne Verkauf.
Was versteht man unter der Vorabpauschale?
Die Vorabpauschale nach § 18 InvStG ist eine jährliche Mindestbesteuerung auf thesaurierende Fonds (die keine Dividenden ausschütten). Sie wird berechnet als Basisertrag (0,7% × Rücknahmepreis am Jahresanfang) multipliziert mit dem Teilfreistellungssatz. Die tatsächlich beim Verkauf zu zahlende Steuer wird um die bereits geleisteten Vorabpauschalen reduziert — es ist also keine Doppelbesteuerung.
Wie hoch sind typische Robo-Advisor-Gebühren in Deutschland 2026?
Die Gebühren variieren stark: Scalable Capital erhebt 0,75% p.a. auf das Depotvolumen, Quirion 0,48%, cominvest 0,55–0,69%, Whitebox 0,35–0,95% gestaffelt nach Volumen. Dazu kommen interne ETF-Kosten (TER) von 0,10–0,30% p.a. Im Vergleich dazu kostet ein einzelner Welt-ETF zum Selbstkauf zwischen 0,10% und 0,22% TER — ohne weitere Verwaltungsgebühr.