HGB — Skontoklausel

Lohnt sich der Skontoabzug trotz Überziehungskredit? Unser Rechner zeigt die Skonto-Ersparnis, die Dispo-Kosten und den effektiven Jahreszins — der bei 2 % Skonto in 20 Tagen bei rund 37 % p.a. liegt.

Skonto-Rechner 2026

Skonto-Ersparnis vs. Dispo-Kosten — lohnt sich der Abzug?

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Letzte Aktualisierung: 1. 1. 2026 · Gültig für: 2026 · Version: 1.0.0

Skonto berechnen — Lieferantenkredit vs. Dispo

Was ist Skonto?

Skonto ist ein Preisnachlass, den ein Lieferant gewährt, wenn der Käufer eine Rechnung innerhalb einer bestimmten Frist bezahlt — der sogenannten Skontofrist. Typisch sind Formulierungen wie „2 % Skonto bei Zahlung innerhalb von 10 Tagen, netto zahlbar in 30 Tagen". Auf den ersten Blick erscheinen 2 % wie ein kleiner Betrag. Tatsächlich handelt es sich dabei um einen enormen effektiven Jahreszins.

Der effektive Jahreszins — warum Skonto so attraktiv ist

Bei 2 % Skonto und 20 Tagen Unterschied zwischen Skontofrist und Zahlungsziel ergibt sich ein effektiver Jahreszins von etwa 37 % p.a. Selbst wer seinen Dispokredit mit 10 % p.a. nutzen muss, um die frühere Zahlung zu finanzieren, liegt weit im Plus. Das Prinzip ist einfach: Sie zahlen früher, zahlen dafür weniger — der Lieferant refinanziert das Zahlungsziel faktisch wie ein Kurzkredit.

Die Formel für den effektiven Jahreszins lautet:
Effektivzins = (Skonto / (100 − Skonto)) × (360 / Kreditdauer) × 100
Dabei ist die Kreditdauer die Differenz zwischen Zahlungsziel und Skontofrist in Tagen.

Vergleich: Skonto-Ersparnis vs. Dispo-Kosten

Unser Rechner stellt die Skonto-Ersparnis den Kosten gegenüber, die entstehen, wenn Sie Ihr Konto für die Differenzzeit überziehen müssen. Ist die Ersparnis größer als die Dispo-Zinsen, lohnt sich der Skontoabzug — und das ist in der überwiegenden Mehrheit der Fälle so.

Beispiel: Rechnung über 10.000 €, 2 % Skonto in 10 Tagen, netto in 30 Tagen, Dispo 10 % p.a.

  • Skonto-Ersparnis: 200 €
  • Dispo-Kosten für 20 Tage: ca. 5,37 €
  • Netto-Vorteil: ca. 194,63 €

Wann lohnt sich Skonto nicht?

Skonto lohnt sich nur dann nicht, wenn der Dispozins extrem hoch ist UND die Kreditdauer sehr lang ist. Bei einem Dispozins von 15 % und 60 Tagen Kreditdauer kann sich die Rechnung knapp nicht mehr lohnen — allerdings ist diese Konstellation in der Praxis selten.

Skonto in der Buchführung

Buchhalterisch wird erhaltener Skonto beim Käufer als Erlös aus Skontoabzug (Konto 3730 SKR03) gebucht und mindert die Anschaffungskosten des eingekauften Guts. Beim Verkäufer ist gewährter Skonto ein Aufwand (Konto 8730 SKR03). Umsatzsteuerlich mindert Skonto die Bemessungsgrundlage: Die auf den Skontobetrag entfallende Umsatzsteuer ist zu berichtigen (§ 17 UStG).

Praxistipp: Skonto aktiv einfordern

Viele Unternehmen prüfen Skontokonditionen nicht systematisch. Dabei lässt sich durch konsequentes Ausschöpfen von Skontomöglichkeiten die Rendite des Unternehmens erheblich steigern. Als Faustregel gilt: Jeder Skonto von 2 % in 10 Tagen bei 30 Tagen Zahlungsziel entspricht einer risikofreien Rendite von ca. 36–37 % p.a. — deutlich besser als jede Geldanlage.

Häufige Fragen zum Skonto

Was bedeutet „2/10 netto 30" auf einer Rechnung?

„2/10 netto 30" bedeutet: Sie erhalten 2 % Skonto, wenn Sie innerhalb von 10 Tagen zahlen. Zahlen Sie später, ist der volle Betrag innerhalb von 30 Tagen fällig. Die Kreditdauer beträgt 20 Tage (30 − 10).

Wie hoch ist der effektive Jahreszins bei 2 % Skonto in 20 Tagen?

Der effektive Jahreszins beträgt ca. 36,73 %. Formel: (2 / 98) × (360 / 20) × 100 = 36,73 %. Das ist deutlich höher als typische Dispo-Zinsen, weshalb Skonto fast immer lohnend ist.

Lohnt sich Skonto auch bei einem Dispozins von 15 %?

In den meisten Fällen ja. Bei 2 % Skonto und 20 Tagen Kreditdauer liegt der Skonto-Jahreszins bei ~37 %, der Dispo kostet 15 %. Die Ersparnis überwiegt fast immer. Nur bei sehr langer Kreditdauer oder extrem hohen Dispo-Zinsen kann es sich umkehren.

Wie wirkt sich Skonto umsatzsteuerlich aus?

Gewährter Skonto mindert die Umsatzsteuer-Bemessungsgrundlage (§ 17 UStG). Der Verkäufer muss die Umsatzsteuer auf den Skontobetrag berichtigen. Der Käufer darf nur den Vorsteueranteil ziehen, der auf den tatsächlich gezahlten Nettobetrag entfällt.

Was ist der Unterschied zwischen Skonto und Rabatt?

Rabatt ist eine Preisminderung unabhängig vom Zahlungszeitpunkt (z.B. Mengenrabatt). Skonto hingegen ist ein Preisnachlass, der ausschließlich an den Zahlungszeitpunkt geknüpft ist — man bekommt ihn nur bei frühzeitiger Zahlung.

Kann ich Skonto auch rückwirkend beantragen?

Nein. Skonto muss innerhalb der vereinbarten Frist durch Zahlung des reduzierten Betrags geltend gemacht werden. Eine nachträgliche Gutschrift ist nur möglich, wenn der Lieferant dies ausdrücklich akzeptiert.

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