§ 20 EStG

Wie viel bleibt von Tagesgeld- und Festgeld-Zinsen wirklich übrig? Unser Rechner zeigt Brutto- und Nettozinsen nach Abgeltungsteuer (26,375 %) und berechnet die Realrendite nach Inflation — für fundierte Spar-Entscheidungen.

Tagesgeld und Festgeld Rendite Rechner

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Letzte Aktualisierung: 1. 1. 2026 · Gültig für: 2026 · Version: 1.0.0

Rechtsgrundlage

Tagesgeld und Festgeld 2026 — Zinsen, Steuern und Realrendite

Tagesgeld vs. Festgeld — die wichtigsten Unterschiede

Tagesgeld ist täglich verfügbar — Zinsen werden in der Regel täglich berechnet und monatlich gutgeschrieben. Der Nachteil: Der Zinssatz kann jederzeit geändert werden. Viele Banken locken mit attraktiven Einführungszinsen für neue Kunden, die nach einigen Monaten sinken.

Festgeld bietet einen garantierten Zinssatz für die gesamte Laufzeit — dafür ist das Kapital für die Dauer gebunden. Bei steigenden Zinsen kann dies nachteilig sein; bei fallenden Zinsen profitieren Festgeld-Anleger vom gesicherten Satz.

Abgeltungsteuer auf Zinserträge: 26,375 %

Zinsen aus Tages- und Festgeld sind Kapitalerträge im Sinne des § 20 Abs. 1 Nr. 7 EStG. Sie unterliegen der Abgeltungsteuer von 25 % zuzüglich Solidaritätszuschlag von 5,5 % auf die Abgeltungsteuer. Daraus ergibt sich ein Gesamtsteuersatz von 26,375 %. Kirchensteuer kommt ggf. hinzu (ca. 8–9 % auf die Kapitalertragsteuer). Die Bank behält die Steuer automatisch ein und führt sie ab.

Sparerpauschbetrag: 1.000 € steuerfrei (Singles)

Jeder Anleger hat Anspruch auf den Sparerpauschbetrag von 1.000 € pro Jahr(2.000 € für Ehepaare). Kapitalerträge bis zu diesem Betrag bleiben steuerfrei. Damit die Bank den Pauschbetrag automatisch berücksichtigt, muss ein Freistellungsauftrag gestellt werden. Ohne Freistellungsauftrag behält die Bank Abgeltungsteuer auf alle Zinsen ein — Sie können diese über die Steuererklärung zurückfordern.

Realrendite nach Fisher-Formel

Die nominale Nettorendite allein reicht nicht aus, um den tatsächlichen Vermögenszuwachs zu beurteilen. Die Realrendite berücksichtigt die Inflation: Nach der Fisher-Formel gilt: Realrendite = (1 + Nominalrendite) / (1 + Inflation) − 1. Bei einer Netto-Rendite von 2,57 % und einer Inflation von 2,5 % ergibt sich eine Realrendite von nur ca. 0,07 % — das Kapital wächst also kaum. Liegt die Inflation über der Nettorendite, kommt es zu einem realen Kaufkraftverlust.

Einlagensicherung: 100.000 € pro Bank und Anleger

Tages- und Festgeld bei deutschen Banken sind durch die gesetzliche Einlagensicherung bis zu 100.000 € pro Anleger und Bank geschützt. Viele deutsche Banken bieten darüber hinaus eine freiwillige Einlagensicherung über den Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken an. Bei höheren Beträgen empfiehlt es sich, das Geld auf mehrere Banken aufzuteilen.

Festgeld-Vergleich: worauf achten?

Beim Festgeld-Vergleich sollten Sie neben dem Zinssatz auch die Laufzeit, die Zinsgutschrift (jährlich vs. am Laufzeitende), die Einlagensicherung und die Bonität der Bank berücksichtigen. Einige Banken bieten für längere Laufzeiten höhere Zinsen; andere staffeln die Zinsen und zahlen bei vorzeitiger Kündigung deutlich weniger. Planen Sie mit unserem Rechner verschiedene Szenarien durch, um die optimale Kombination aus Laufzeit und Zinssatz zu finden.

Häufige Fragen zu Tagesgeld und Festgeld

Wie viel Steuern zahle ich auf Tagesgeld-Zinsen?

Auf Zinsen aus Tagesgeld fällt Abgeltungsteuer von 25 % plus Solidaritätszuschlag (5,5 % auf die Abgeltungsteuer) an — zusammen 26,375 %. Ggf. kommt Kirchensteuer hinzu. Die Bank behält die Steuer automatisch ein. Der Sparerpauschbetrag von 1.000 € (Singles) / 2.000 € (Ehepaare) bleibt steuerfrei, wenn Sie einen Freistellungsauftrag gestellt haben.

Ist Festgeld oder Tagesgeld besser?

Das hängt von Ihrer Situation ab: Tagesgeld bietet Flexibilität (täglich verfügbar), aber schwankende Zinsen. Festgeld garantiert den Zinssatz, aber das Kapital ist für die Laufzeit gebunden. Bei steigenden Leitzinsen ist Tagesgeld oft besser (Zinsen steigen mit); bei stabilen oder sinkenden Zinsen sichert Festgeld den aktuell hohen Satz. Unser Rechner vergleicht beide Optionen nach Steuern und Inflation.

Was ist der Sparerpauschbetrag und wie nutze ich ihn?

Der Sparerpauschbetrag beträgt 1.000 € pro Jahr für Einzelpersonen und 2.000 € für gemeinsam veranlagte Ehepaare (§ 20 Abs. 9 EStG). Zinsen und andere Kapitalerträge bis zu diesem Betrag bleiben steuerfrei. Um ihn zu nutzen, stellen Sie einen Freistellungsauftrag bei Ihrer Bank. Den Pauschbetrag können Sie auf mehrere Banken aufteilen — die Gesamtsumme darf jedoch 1.000 € nicht übersteigen.

Wie berechne ich die Realrendite meiner Anlage?

Die Realrendite zeigt, wie viel Kaufkraft Sie tatsächlich gewinnen. Formel (Fisher): Realrendite = (1 + Nettoverzinsung) / (1 + Inflationsrate) − 1. Bei 3 % Bruttozins, 26,375 % Steuer und 2,5 % Inflation ergibt sich: Nettozins = 2,207 %, Realrendite = (1,02207 / 1,025) − 1 = −0,29 %. Das bedeutet: Trotz positiver Nominalrendite verlieren Sie real an Kaufkraft.

Bis zu welchem Betrag ist Tagesgeld/Festgeld bei deutschen Banken gesichert?

Die gesetzliche Einlagensicherung schützt Einlagen bis zu 100.000 € pro Anleger und Bank (EU-Richtlinie 2014/49/EU). Bei einigen Lebenslagen (Kauf einer Immobilie, Heirat, Scheidung, Erbschaft) gilt vorübergehend ein erhöhter Schutz bis 500.000 €. Viele Mitgliedsbanken des Bundesverbands deutscher Banken sind zusätzlich durch den freiwilligen Einlagensicherungsfonds mit deutlich höheren Grenzen abgesichert.

Kann ich Festgeld vorzeitig kündigen?

Bei echtem Festgeld ist eine vorzeitige Kündigung in der Regel nicht oder nur gegen eine Vorfälligkeitsentschädigung möglich. Die Bank ist gesetzlich nicht zur vorzeitigen Auszahlung verpflichtet (§ 609a BGB gilt für Darlehen, nicht für Einlagen). Einige Banken bieten jedoch Festgeld-Produkte mit vorzeitiger Kündigungsmöglichkeit an — dann meist zu einem deutlich reduzierten Zinssatz. Lesen Sie die AGB sorgfältig.

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