§ 18 EStG

Berechnen Sie Ihre Steuerbelastung als Freiberufler — ohne Gewerbesteuer nach § 18 EStG. Unser Rechner ermittelt Einkommensteuer, Solidaritätszuschlag und Ihren effektiven Steuersatz auf Basis des ESt-Tarifs 2026.

Freiberufler Steuer Rechner 2026

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Letzte Aktualisierung: 1. 1. 2026 · Gültig für: 2026 · Version: 1.0.0

Rechtsgrundlage

Freiberufler Steuer — alles Wichtige im Überblick

Steuerliche Vorteile der Freiberuflichkeit

Der größte steuerliche Vorteil von Freiberuflern gegenüber Gewerbetreibenden ist die Befreiung von der Gewerbesteuer. Während ein Einzelunternehmer mit 100.000 € Gewerbeertrag und 400% Hebesatz rund 14.000 € Gewerbesteuer zahlt (die zwar teilweise über § 35 EStG angerechnet wird, aber bei höheren Hebesätzen eine Mehrbelastung verursacht), zahlt ein Freiberufler mit gleichem Gewinn nur Einkommensteuer und ggf. Soli. Zudem entfällt die IHK-Pflichtmitgliedschaft mit ihren Beiträgen. Freiberufler müssen keine Bilanz erstellen — die einfache Einnahmenüberschussrechnung (EÜR) nach § 4 Abs. 3 EStG genügt, unabhängig von der Umsatzhöhe.

Einkommensteuer-Tarif 2026 für Freiberufler

Der ESt-Tarif 2026 nach § 32a EStG gliedert sich in fünf Zonen: Der Grundfreibetrag liegt bei 12.348 € — bis dahin fällt keine Steuer an. Darüber greift ein progressiver Tarif, der von 14% (Eingangssteuersatz) über 24% bis zum Spitzensteuersatz von 42% bei 68.413 € ansteigt. Ab 277.826 € gilt der Reichensteuersatz von 45%. Unser Rechner wendet den vollständigen Tarif an, inklusive Ehegattensplitting bei Zusammenveranlagung.

Vorsorgeaufwendungen und Sonderausgaben

Freiberufler können ihre Beiträge zur Kranken- und Rentenversicherung als Vorsorgeaufwendungen(§ 10 EStG) steuerlich absetzen. Basisversorgungsaufwendungen (gesetzliche RV oder Rürup-Rente) sind seit 2023 zu 100% abzugsfähig. Krankenversicherungsbeiträge (Basis-KV) sind ebenfalls voll absetzbar. Der Sonderausgaben-Pauschbetrag von 36 € (Ledige) bzw. 72 € (Verheiratete) wird automatisch berücksichtigt. Darüber hinaus können Spenden, Kirchensteuer und Beiträge zu Berufsverbänden die Steuerlast weiter mindern.

Optimierungstipps für Freiberufler

Um die Steuerlast zu optimieren, sollten Freiberufler folgende Maßnahmen prüfen: Investitionsabzugsbetrag(§ 7g EStG) — bis zu 50% der geplanten Anschaffungskosten vorab absetzen. Häusliches Arbeitszimmer(§ 4 Abs. 5 Nr. 6b EStG) — bei Mittelpunkt der gesamten Tätigkeit voll absetzbar, sonst bis 1.260 € Pauschale.Rürup-Rente — als Basisversorgung voll abzugsfähig (bis 27.566 € Ledige, 55.132 € Verheiratete). Und bei schwankenden Einkünften: Gewinnverlagerung durch Verschiebung von Rechnungsstellung oder Investitionszeitpunkt zwischen den Veranlagungsjahren.

Häufige Fragen zur Freiberufler-Steuer

Was unterscheidet einen Freiberufler steuerlich von einem Gewerbetreibenden?

Freiberufler erzielen Einkünfte nach § 18 EStG und zahlen keine Gewerbesteuer. Gewerbetreibende erzielen Einkünfte nach § 15 EStG und unterliegen der Gewerbesteuer. Bei hohen Gewinnen ist der Gewerbesteuer-Unterschied erheblich — allerdings können Gewerbetreibende die GewSt über § 35 EStG auf die ESt anrechnen.

Wer gilt als Freiberufler?

Klassische Freiberufler nach § 18 Abs. 1 Nr. 1 EStG sind: Ärzte, Zahnärzte, Rechtsanwälte, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Architekten, Ingenieure, Journalisten, Dolmetscher, Künstler und Lehrer. IT-Freelancer gelten oft als Freiberufler, wenn sie beratend oder ingenieurmäßig tätig sind — im Zweifel entscheidet das Finanzamt.

Welche Betriebsausgaben kann ein Freiberufler absetzen?

Abzugsfähig sind alle Ausgaben, die beruflich veranlasst sind: Büromiete, Arbeitsmittel (PC, Software), Fachliteratur, Fortbildung, Reisekosten, Versicherungen und anteilige Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer. Freiberufler ermitteln den Gewinn per Einnahmenüberschussrechnung (EÜR) nach § 4 Abs. 3 EStG.

Wie funktioniert das Ehegattensplitting für Freiberufler?

Bei Zusammenveranlagung (§ 26b EStG) wird das gemeinsame zvE halbiert, die ESt auf die Hälfte berechnet und dann verdoppelt. Dies bringt besonders dann Vorteile, wenn ein Ehepartner deutlich mehr verdient als der andere. Der Splittingeffekt steigt mit zunehmender Einkommensdifferenz.

Muss ein Freiberufler Umsatzsteuer zahlen?

Grundsätzlich ja — Freiberufler sind umsatzsteuerpflichtig und müssen 19% USt auf Rechnungen ausweisen. Ausnahmen: Heilberufe (Ärzte, Zahnärzte) und Kleinunternehmer unter 22.000 € Jahresumsatz (§ 19 UStG). Die USt ist jedoch ein durchlaufender Posten und belastet den Gewinn nicht.

Was ist der Solidaritätszuschlag und wann fällt er an?

Der Solidaritätszuschlag beträgt 5,5% der ESt, wird aber erst ab einer Freigrenze von 18.130 € ESt (Einzelveranlagung) erhoben. In der Milderungszone (knapp über der Freigrenze) steigt er schrittweise auf die vollen 5,5% an. Rund 90% der Steuerzahler zahlen seit 2021 keinen Soli mehr.

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