Berechnen Sie Ihr tatsächliches Netto-Honorar als Freelancer — nach Einkommensteuer, Solidaritätszuschlag, Krankenversicherung, Altersvorsorge und Betriebsausgaben. Unser Rechner zeigt Ihnen auch den effektiven Netto-Stundensatz nach § 18 EStG.
Honorar Netto Rechner 2026 (Freelancer)
Rechtsgrundlage
- § 18 Einkommensteuergesetz (EStG) ↗
Einkünfte aus selbständiger Arbeit — keine Gewerbesteuerpflicht für Freiberufler
Gültig ab: 1. 1. 2026
- § 10 Einkommensteuergesetz (EStG) ↗
Sonderausgaben — Vorsorgeaufwendungen (KV und Altersvorsorge absetzbar)
Gültig ab: 1. 1. 2026
Freelancer Honorar — Netto-Einkommen realistisch planen
Vom Brutto-Honorar zum tatsächlichen Nettoverdienst
Als Freelancer oder Freiberufler ist Ihr vereinbarter Stundensatz nur der Ausgangspunkt. Bevor das Geld wirklich Ihnen gehört, werden Betriebsausgaben, Einkommensteuer, Krankenversicherungsbeiträge und Altersvorsorge abgezogen. Unser Honorar-Netto-Rechner zeigt Ihnen transparent, was von Ihrem Brutto-Honorar als Netto-Einkommen übrig bleibt — und was Ihre Arbeitsstunde effektiv einbringt.
Steuerliche Behandlung nach § 18 EStG
Freiberufler erzielen Einkünfte aus selbständiger Arbeit nach § 18 EStG. Das bedeutet: Sie unterliegen nicht der Gewerbesteuer (im Gegensatz zu Gewerbetreibenden nach § 15 EStG). Dies ist ein erheblicher Vorteil — bei einem höheren Gewinn kann die Gewerbesteuer 8–16% zusätzlich ausmachen. Zu den Freiberuflern zählen typischerweise Ärzte, Rechtsanwälte, Steuerberater, Architekten, Ingenieure, IT-Berater und Journalisten.
Krankenversicherung — der größte Kostenfaktor
Als Selbständiger zahlen Sie den vollen Krankenversicherungsbeitrag selbst — es gibt keinen Arbeitgeberanteil. In der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) beträgt der allgemeine Beitragssatz 14,6% plus kassenindividuellem Zusatzbeitrag (2026 im Schnitt ca. 1,7%), zuzüglich Pflegeversicherung (3,4% oder 4,0% für Kinderlose). Bei einem Einkommen von 5.000 €/Monat entstehen so schnell 900–1.100 € monatliche KV-Kosten.
Altersvorsorge — keine gesetzliche Rentenversicherungspflicht
Die meisten Freiberufler unterliegen keiner gesetzlichen Rentenversicherungspflicht (Ausnahme: bestimmte Berufsgruppen wie Lehrer, Hebammen, Pfleger). Sie müssen eigenverantwortlich vorsorgen. Möglichkeiten sind: berufsständische Versorgungswerke (für Ärzte, Rechtsanwälte etc.), die Rürup-Rente (§ 10 Abs. 1 Nr. 2 EStG — bis zu 27.566 € absetzbar in 2026), private Rentenversicherungen oder ETF-Sparpläne.
Betriebsausgaben strategisch einsetzen
Jeder Euro Betriebsausgabe reduziert Ihren zu versteuernden Gewinn. Bei einem effektiven Steuersatz von 30% spart jeder Euro Betriebsausgabe 30 Cent Steuern. Typische Betriebsausgabenquoten bei Freelancern liegen zwischen 10% (reine Beratung ohne Reisen) und 30% (mit viel Hardware, Reisen und Bürokosten). Eine sorgfältige Dokumentation aller Ausgaben ist unerlässlich.
Effektiver Stundensatz als wichtige Kennzahl
Der effektive Netto-Stundensatz zeigt, was Sie pro Stunde tatsächlich verdienen — nach allem. Damit können Sie Angebote realistisch kalkulieren und vergleichen, ob eine Festanstellung oder Selbständigkeit für Sie finanziell attraktiver ist. Vergessen Sie dabei nicht, dass Selbständige typischerweise nur 60–75% ihrer Zeit fakturieren können — der Rest entfällt auf Akquise, Verwaltung, Weiterbildung und Urlaub.
Häufige Fragen zum Freelancer-Honorar
Was ist der Unterschied zwischen Brutto-Honorar und Netto-Honorar?
Das Brutto-Honorar (Stundensatz × Stunden) ist Ihr Umsatz vor allen Abzügen. Das Netto-Honorar ist das, was nach Betriebsausgaben, Einkommensteuer, Solidaritätszuschlag, Krankenversicherung und Altersvorsorge tatsächlich auf Ihrem Konto verbleibt. Der effektive Netto-Stundensatz zeigt Ihnen, was eine Stunde Arbeit real wert ist.
Wie hoch sollte mein Stundensatz als Freelancer sein?
Als Faustregel gilt: Verdoppeln Sie Ihr gewünschtes monatliches Nettoeinkommen und teilen Sie es durch die fakturierbaren Stunden pro Monat. Berücksichtigen Sie dabei Krankenversicherung, Altersvorsorge, Steuern, Betriebsausgaben und nicht-fakturierbare Zeiten (Akquise, Buchhaltung, Urlaub). Ein realistischer Puffer von 20–30% nicht-fakturierbarer Zeit ist einzuplanen.
Welche Krankenversicherung ist als Freelancer sinnvoll — GKV oder PKV?
Beide Optionen haben Vor- und Nachteile. Die GKV kostet Selbständige ca. 14,6% des Einkommens + Zusatzbeitrag (plus Pflegeversicherung), mindestens jedoch ca. 200–250 €/Monat. Die PKV kann günstiger sein, birgt aber das Risiko höherer Beiträge im Alter und bei Erkrankungen. Eine individuelle Beratung durch einen unabhängigen Versicherungsmakler ist empfehlenswert.
Muss ich als Freelancer Umsatzsteuer erheben?
Grundsätzlich ja, wenn Ihr Jahresumsatz 22.000 € übersteigt (Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG). Als Kleinunternehmer weisen Sie keine Umsatzsteuer aus, können aber auch keine Vorsteuer abziehen. Unser Rechner zeigt Netto-Honorare ohne Umsatzsteuer — diese ist ein durchlaufender Posten.
Was zählt zu den Betriebsausgaben als Freelancer?
Zu den absetzbaren Betriebsausgaben zählen: Arbeitsmittel (Hardware, Software, Bürobedarf), anteilige Büromiete oder Heimarbeitsplatz, Fachliteratur und Weiterbildung, Reisekosten (0,30 €/km Fahrtkosten), Telekommunikation (anteilig), Versicherungen (Berufshaftpflicht), Steuerberatungskosten und Buchhaltungssoftware.
Wie wird die Einkommensteuer für Freelancer berechnet?
Freelancer zahlen Einkommensteuer auf ihren Gewinn (Einnahmen minus Betriebsausgaben) nach dem progressiven Tarif des § 32a EStG. Der Steuersatz beginnt bei 0% (Grundfreibetrag 2026: 11.604 €) und steigt bis zu 42% (Spitzensteuersatz) bzw. 45% (Reichensteuersatz). Dieser Rechner verwendet eine vereinfachte Schätzung von 30% Effektivsatz — die tatsächliche Steuer ermittelt ein Steuerberater präziser.