Berechnen Sie die gesetzliche Erbquote nach BGB: Wer erbt wie viel ohne Testament? Geben Sie Nachlasswert, Güterstand und Anzahl der Kinder ein — der Rechner ermittelt die Quoten und Euro-Beträge für Ehegatte und Kinder nach §§ 1924 und 1931 BGB.
Erbquote Rechner 2026 — Gesetzliche Erbfolge
Rechtsgrundlage
- § 1931 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) ↗
Gesetzliches Erbrecht des Ehegatten
Gültig ab: 1. 1. 2002
- § 1924 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) ↗
Erben erster Ordnung — Abkömmlinge des Erblassers
Gültig ab: 1. 1. 2002
- § 1371 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) ↗
Ausgleich des Zugewinns im Erbfall — pauschale Erhöhung der Erbquote
Gültig ab: 1. 1. 2002
Kurz zum Thema: Gesetzliche Erbfolge und Erbquoten
Die gesetzliche Erbfolge regelt, wer ohne Testament oder Erbvertrag erbt und welche Quote jedem Erben zusteht. Das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) teilt Erben in Ordnungen ein und gibt dem Ehegatten eine besonders geschützte Stellung. Der Erbquote-Rechner berechnet die gesetzlichen Anteile für die häufigsten Konstellationen: Ehegatte mit Kindern, Ehegatte mit Eltern oder Alleinerbe.
Erben erster Ordnung: Kinder und Ehegatte
Hinterlässt der Erblasser Kinder, sind diese Erben der ersten Ordnung (§ 1924 BGB). Neben Kindern erbt der Ehegatte nach § 1931 BGB grundsätzlich ein Viertel des Nachlasses. Bei der gesetzlichen Zugewinngemeinschaft wird dieser Anteil durch den erbrechtlichen Zugewinnausgleich nach § 1371 BGB um ein weiteres Viertel erhöht — der Ehegatte erbt also in der Praxis die Hälfte, die Kinder teilen sich die andere Hälfte. Bei Gütertrennung gilt die erhöhte Quote nicht: Der Ehegatte erbt gleichberechtigt neben jedem Kind (1 von n+1 Teilen).
Zugewinngemeinschaft: der gesetzliche Regelfall
Die Zugewinngemeinschaft ist der gesetzliche Güterstand für alle Ehepaare, die keinen Ehevertrag geschlossen haben. Im Erbfall wird der Zugewinn nicht tatsächlich berechnet, sondern pauschal ausgeglichen: Die Erbquote des Ehegatten erhöht sich um ein Viertel (§ 1371 Abs. 1 BGB). Das bedeutet: Neben einem Kind erbt der Ehegatte ½ statt ¼, neben zwei Kindern ebenfalls ½ (¼ gesetzlich + ¼ Zugewinnpauschale). Die Alternative — der konkrete Zugewinnausgleich — kann für den Ehegatten vorteilhafter sein, wenn der tatsächliche Zugewinn höher als der Pauschalausgleich ist.
Erben zweiter Ordnung: Eltern und Geschwister
Hinterlässt der Erblasser keine Kinder, treten Eltern und Geschwister als Erben der zweiten Ordnung auf (§ 1925 BGB). Neben dem Ehegatten erhalten die Eltern je ein Viertel des Nachlasses. Ist ein Elternteil vorverstorben, fällt dessen Viertel an die Geschwister (Abkömmlinge dieses Elternteils). Sind keine Geschwister vorhanden, fällt auch der Anteil an den überlebenden Ehegatten. Sind beide Elternteile und alle Geschwister vorverstorben, wird der Ehegatte Alleinerbe.
Pflichtteil: Schutz naher Angehöriger
Selbst durch Testament kann der Erblasser nahe Angehörige nicht vollständig enterben. Kinder, Ehegatte und Eltern des Erblassers haben gemäß § 2303 BGB einen Pflichtteilsanspruch in Höhe der Hälfte des gesetzlichen Erbteils. Der Pflichtteil ist kein Erbrecht, sondern ein schuldrechtlicher Geldanspruch gegen den oder die Erben. Er muss aktiv geltend gemacht werden und verjährt in drei Jahren ab Kenntnis vom Erbfall (§ 2332 BGB).
Häufig gestellte Fragen zur gesetzlichen Erbfolge
Was ist die gesetzliche Erbfolge?
Die gesetzliche Erbfolge bestimmt, wer erbt, wenn kein Testament oder Erbvertrag vorhanden ist. Das BGB teilt Erben in Ordnungen ein: Kinder (1. Ordnung), Eltern und Geschwister (2. Ordnung), Großeltern (3. Ordnung). Näherstehende Erben schließen fernerstehende aus.
Wie viel erbt der Ehegatte neben Kindern?
Bei Zugewinngemeinschaft (gesetzlicher Regelfall) erbt der Ehegatte neben Kindern die Hälfte des Nachlasses (¼ gesetzlich + ¼ pauschaler Zugewinnausgleich nach § 1371 BGB). Der Rest wird gleichmäßig unter den Kindern aufgeteilt.
Was ist der Unterschied zwischen Zugewinngemeinschaft und Gütertrennung?
Bei Gütertrennung (durch Ehevertrag geregelt) erbt der Ehegatte neben 1–2 Kindern zu gleichen Teilen, neben 3 und mehr Kindern nur 1/4. Bei der Zugewinngemeinschaft erhält er pauschal ¼ mehr als die gesetzliche Quote durch den erbrechtlichen Zugewinnausgleich (§ 1371 BGB).
Haben Enkel ein gesetzliches Erbrecht?
Enkel erben, wenn ihr Elternteil (also das Kind des Erblassers) bereits vorverstorben ist. In diesem Fall treten die Enkel an die Stelle ihres verstorbenen Elternteils und teilen dessen Erbanteil untereinander auf (sogenanntes Repräsentationsprinzip).
Können Eltern neben dem Ehegatten erben?
Ja — wenn keine Kinder vorhanden sind, erben Eltern als Erben der 2. Ordnung neben dem Ehegatten. Der Ehegatte erhält dann die Hälfte (+ Zugewinnzuschlag), die Eltern je 1/4. Sind beide Elternteile verstorben, erbt der Ehegatte allein.
Was ist das Pflichtteilsrecht?
Auch durch Testament können nahe Angehörige (Kinder, Ehegatte, Eltern) nicht vollständig enterbt werden. Sie haben einen gesetzlichen Pflichtteilsanspruch in Höhe der Hälfte des gesetzlichen Erbteils (§ 2303 BGB). Der Pflichtteil ist ein Geldanspruch gegen den Erben.