§ 3 ArbZG

Berechnen Sie Ihr Gleitzeitkonto: geben Sie Ihre Soll-Arbeitszeit, Kernzeiten und tatsächliche Wochenstunden ein. Der Rechner ermittelt Ihren neuen Gleitzeitkontostand und die Anzahl möglicher Ausgleichstage.

Gleitzeit-Rechner 2026

§ 3 ArbZG, § 87 BetrVG — Gleitzeitkonto, Wochendifferenz und Ausgleichstage

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Letzte Aktualisierung: 17. 3. 2026 · Gültig für: 2026 · Version: 1.0.0

Rechtsgrundlage

Gleitzeit in Deutschland — Grundlagen und Berechnung

Gleitzeit ist eines der beliebtesten Arbeitszeitmodelle in Deutschland. Es erlaubt Arbeitnehmern, ihre Arbeitszeiten innerhalb eines definierten Rahmens flexibel zu gestalten, solange die tägliche und wöchentliche Sollarbeitszeit im Durchschnitt eingehalten wird.

Rechtliche Grundlagen der Gleitzeit

Das Arbeitszeitgesetz (ArbZG) bildet den gesetzlichen Rahmen. Nach § 3 ArbZG darf die werktägliche Arbeitszeit 8 Stunden nicht überschreiten, kann aber auf bis zu 10 Stunden verlängert werden, wenn innerhalb von 6 Kalendermonaten oder 24 Wochen im Durchschnitt 8 Stunden werktäglich nicht überschritten werden. Die konkrete Ausgestaltung von Gleitzeitmodellen — also Kernzeiten, Gleitzeitrahmen und Höchstguthaben — liegt nach § 87 Abs. 1 Nr. 2 BetrVG im Mitbestimmungsrecht des Betriebsrats.

Kernzeit und Gleitzeitrahmen

Die Kernzeit ist der Zeitraum, in dem alle Mitarbeiter anwesend sein müssen. Sie dient der Sicherstellung von Erreichbarkeit und Zusammenarbeit. Typische Kernzeiten sind 9:00–15:00 Uhr. Der Gleitzeitrahmen umfasst den gesamten Zeitraum, in dem Arbeitsbeginn und -ende liegen dürfen — beispielsweise 6:00–20:00 Uhr. Innerhalb dieses Rahmens können Mitarbeiter ihre Arbeitszeit frei wählen, sofern die Kernzeit eingehalten wird.

Gleitzeitkonto führen

Das Gleitzeitkonto summiert die Differenz zwischen geleisteten und vereinbarten Stunden. Positive Salden bedeuten Überstunden im Gleitzeitrahmen, negative Salden ein Arbeitszeitdefizit. Die meisten Betriebsvereinbarungen legen ein Maximalguthaben (z. B. 40 Stunden) und einen Maximalabzug (z. B. −20 Stunden) fest. Überschreitungen führen zum Verfall oder müssen gesondert geregelt werden.

Ausgleichstage und Gleitzeitabbau

Hat ein Mitarbeiter genug Gleitzeitguthaben angespart, kann er ganze Tage als Gleitzeitausgleich nehmen. Dabei wird das Guthaben um die tägliche Sollarbeitszeit reduziert. Bei 8 Stunden Sollzeit und einem Guthaben von 24 Stunden ergibt das drei mögliche Ausgleichstage. Diese müssen wie Urlaubstage mit dem Vorgesetzten abgestimmt werden, unterliegen aber nicht der Urlaubsregelung nach BUrlG.

Häufige Fragen zur Gleitzeit

Was ist Gleitzeit und wie funktioniert sie?

Gleitzeit ist ein Arbeitszeitmodell, bei dem Mitarbeiter innerhalb eines festgelegten Rahmens (Gleitzeitrahmen) selbst bestimmen können, wann sie mit der Arbeit beginnen und enden. Innerhalb des Tages gibt es in der Regel eine Kernzeit, während der Anwesenheitspflicht besteht. Das Gleitzeitkonto erfasst die Differenz zwischen geleisteten Stunden und der Sollarbeitszeit.

Wie wird das Gleitzeitkonto berechnet?

Das Gleitzeitkonto ergibt sich aus der Differenz zwischen geleisteten Arbeitsstunden und der vertraglich vereinbarten Sollarbeitszeit. Bei einem 8-Stunden-Tag und einer 5-Tage-Woche beträgt das Wochensoll 40 Stunden. Arbeiten Sie 42 Stunden, entsteht ein Plusguthaben von 2 Stunden, das zum bestehenden Saldo addiert wird.

Welche Rechte hat der Betriebsrat bei Gleitzeit?

Nach § 87 Abs. 1 Nr. 2 BetrVG hat der Betriebsrat ein zwingendes Mitbestimmungsrecht bei Beginn und Ende der täglichen Arbeitszeit und damit auch bei der Einführung und Ausgestaltung von Gleitzeit. Eine Betriebsvereinbarung regelt in der Regel Gleitzeitrahmen, Kernzeiten, maximales Guthaben und Ausgleichszeiträume.

Was passiert, wenn das Gleitzeitkonto zu hoch wird?

Viele Betriebsvereinbarungen sehen eine Obergrenze für das Gleitzeitguthaben vor (typischerweise 40 Stunden). Stunden über dieser Grenze verfallen oder müssen in Absprache mit dem Vorgesetzten abgebaut werden. Zudem dürfen Arbeitnehmer nach § 3 ArbZG im 6-Monats-Durchschnitt nicht mehr als 10 Stunden täglich arbeiten.

Wie viele Gleitzeitausgleichstage kann ich nehmen?

Die Anzahl möglicher Gleitzeitausgleichstage ergibt sich aus dem Gleitzeitguthaben geteilt durch die tägliche Sollarbeitszeit. Bei einem Guthaben von 16 Stunden und einer 8-Stunden-Sollzeit ergeben sich 2 Ausgleichstage. Diese müssen in der Regel mit dem Vorgesetzten abgestimmt werden und unterliegen der Betriebsvereinbarung.

Was ist der Unterschied zwischen Gleitzeit und Überstunden?

Gleitzeit-Mehrarbeit und Überstunden sind rechtlich verschieden. Überstunden entstehen nur, wenn der Arbeitgeber sie ausdrücklich anordnet oder genehmigt und die Höchstarbeitszeit nach § 3 ArbZG überschritten wird. Gleitstunden innerhalb des Gleitzeitrahmens sind dagegen selbst gewählt und werden im Gleitzeitkonto verrechnet, nicht gesondert vergütet.

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