Was muss Ihre Lohnabrechnung enthalten? Nach § 1 EntgBV und § 108 GewO sind Arbeitgeber verpflichtet, eine Entgeltbescheinigung mit allen Pflichtangaben auszustellen. Geben Sie die Werte Ihrer Entgeltbescheinigung ein — der Rechner zeigt Ihnen Gesamtabzüge, Nettolohn und Abzugsquote im Überblick.
Entgeltbescheinigung Pflichtinhalt
§ 1 EntgBV — Brutto/Netto-Berechnung aus der Lohnabrechnung
Rechtsgrundlage
- § 1 Entgeltbescheinigungsverordnung (EntgBV) ↗
Pflichtinhalt der Entgeltbescheinigung
Gültig ab: 1. 7. 2013
- § 108 Gewerbeordnung (GewO) ↗
Pflicht zur Abgabe der Entgeltbescheinigung
Gültig ab: 1. 1. 2026
Entgeltbescheinigung nach EntgBV 2026 — Pflichtangaben im Detail
Die Entgeltbescheinigung (Lohnabrechnung) ist ein zentrales Dokument im Arbeitsverhältnis. Sie gibt dem Arbeitnehmer transparent Auskunft darüber, wie sich sein Nettolohn aus dem Bruttolohn ergibt. Seit der Einführung der Entgeltbescheinigungsverordnung (EntgBV) im Jahr 2013 sind die Mindestinhalte bundesweit einheitlich geregelt.
Gesetzliche Grundlagen: § 108 GewO und § 1 EntgBV
Die Pflicht zur Abgabe einer Entgeltbescheinigung ergibt sich aus § 108 Gewerbeordnung (GewO). Danach muss jeder Arbeitgeber bei Zahlung des Arbeitsentgelts eine Abrechnung erteilen. Die konkrete Ausgestaltung — also welche Angaben mindestens enthalten sein müssen — regelt die Entgeltbescheinigungsverordnung (EntgBV). § 1 EntgBV listet die Pflichtangaben abschließend auf: Angaben zur Person des Arbeitnehmers, Abrechnungszeitraum, Bruttoentgelt, alle Abzüge aufgeschlüsselt nach Steuerart und Sozialversicherungszweig sowie das Nettoentgelt.
Steuerabzüge: Lohnsteuer, Soli und Kirchensteuer
Auf dem Wege vom Brutto zum Netto werden zunächst die Steuerabzüge vorgenommen. Die Lohnsteuer ist der Hauptabzugsposten — sie richtet sich nach der Lohnsteuerklasse, dem Bruttolohn und etwaigen Freibeträgen. Der Solidaritätszuschlag (5,5 % der Lohnsteuer) entfällt seit 2021 für die überwiegende Mehrheit der Arbeitnehmer dank der Freigrenze. Die Kirchensteuer (8 % in Bayern und Baden-Württemberg, sonst 9 % der Lohnsteuer) wird nur für Kirchenmitglieder einbehalten.
Sozialversicherungsbeiträge 2026 (AN-Anteil)
Der zweite große Abzugsblock sind die Sozialversicherungsbeiträge. Der Arbeitnehmeranteil 2026 setzt sich zusammen aus: Rentenversicherung 9,3 %, Krankenversicherung 7,3 % plus halber Zusatzbeitrag der Krankenkasse, Pflegeversicherung 1,7 % (Basis-AN-Anteil, kinderlose Arbeitnehmer ab 23 Jahre zahlen 0,6 % Zuschlag) sowie Arbeitslosenversicherung 1,3 %. Einkommen oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze ist beitragsfrei.
Vom Brutto zum Netto — Schritt für Schritt
Der Weg vom Bruttogehalt zum Nettoauszahlungsbetrag folgt einem klaren Schema: Zunächst wird der steuerpflichtige Arbeitslohn ermittelt (nach Abzug steuerfreier Zulagen). Darauf wird die Lohnsteuer (ggf. plus Soli und KiSt) berechnet. Anschließend werden die SV-Beiträge abgezogen. Was dann übrig bleibt, ist der Nettolohn — der tatsächliche Auszahlungsbetrag. Dieser Rechner hilft Ihnen, Ihre Lohnabrechnung Zeile für Zeile nachzuvollziehen.
Häufige Fragen zur Entgeltbescheinigung
Arbeitnehmer haben das Recht, eine Entgeltbescheinigung in Textform zu erhalten — also auch elektronisch, wenn der Arbeitnehmer zustimmt. Die Bescheinigung dient nicht nur der Information, sondern ist auch Grundlage für Elterngeld-, Krankentagegeld- und Wohngeldanträge. Eine fehlerhafte oder unvollständige Entgeltbescheinigung kann Ansprüche beeinflussen.
Häufige Fragen zur Entgeltbescheinigung (EntgBV) 2026
Was muss eine Entgeltbescheinigung enthalten?
Die Entgeltbescheinigung muss nach § 1 EntgBV mindestens enthalten: Name, Anschrift, Geburtsdatum des Arbeitnehmers, Abrechnungszeitraum, Bruttolohn, Abzüge (Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag, Kirchensteuer, SV-Beiträge) und den Nettolohn.
Was ist die EntgBV?
Die Entgeltbescheinigungsverordnung (EntgBV) regelt seit 2013 einheitlich, welche Mindestangaben eine Entgeltbescheinigung enthalten muss — ergänzend zu § 108 GewO.
Muss der Arbeitgeber eine Entgeltbescheinigung ausstellen?
Ja, nach § 108 GewO ist jeder Arbeitgeber verpflichtet, bei Zahlung des Arbeitsentgelts eine Abrechnung zu erteilen.
Was ist der Unterschied zwischen Brutto und Netto?
Das Bruttolohn ist das vereinbarte Entgelt vor allen Abzügen. Der Nettolohn ergibt sich nach Abzug von Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag, ggf. Kirchensteuer und den Arbeitnehmer-Anteilen zur Sozialversicherung.
Welche SV-Beiträge werden abgezogen?
Abgezogen werden die Arbeitnehmeranteile zur Krankenversicherung (ca. 7,3% + Zusatzbeitrag), Pflegeversicherung (ca. 1,7-2,2%), Rentenversicherung (9,3%) und Arbeitslosenversicherung (1,3%).