Berechnen Sie, wie viel Ihr Riester-Vertrag bis zur Rente anwächst — unter Berücksichtigung der staatlichen Grundzulage von 175 Euro, der Kinderzulage von 300 Euro pro Kind sowie Ihrer individuellen Fondsrendite nach Kosten. Der Rechner zeigt Ihnen Endkapital, effektive Jahresrendite und ob Ihr Mindesteigenbeitrag ausreicht.
Riester-Rente Rendite Rechner
Rechtsgrundlage
- § 10a Einkommensteuergesetz (EStG) ↗
Zusätzliche Altersvorsorge (Riester) — Sonderausgabenabzug bis 2.100 € p.a.
Gültig ab: 1. 1. 2002
- § 79 Einkommensteuergesetz (EStG) ↗
Zulageberechtigte — Anspruch auf Altersvorsorgezulage
Gültig ab: 1. 1. 2002
- § 85 Einkommensteuergesetz (EStG) ↗
Kinderzulage — 300 € für nach 2008 geborene Kinder
Gültig ab: 1. 1. 2008
- § 86 Einkommensteuergesetz (EStG) ↗
Mindesteigenbeitrag — 4 % des Vorjahreseinkommens abzgl. Zulagen, mind. 60 €
Gültig ab: 1. 1. 2018
Riester-Rente 2026 — Rendite, Zulagen und Kosten
Die Riester-Rente ist eine staatlich geförderte private Altersvorsorge, die 2002 im Zuge der Rentenreform eingeführt wurde. Benannt nach dem damaligen Bundesarbeitsminister Walter Riester, schließt sie die Rentenlücke, die durch die schrittweise Absenkung des gesetzlichen Rentenniveaus entstanden ist. Zulageberechtigte sind alle rentenversicherungspflichtigen Arbeitnehmer, Beamte und bestimmte Selbständige (§ 79 EStG).
Staatliche Förderung 2026
Jeder Riester-Sparer erhält eine jährliche Grundzulage von 175 Euro (§ 86 EStG, seit 2018). Für Kinder, die nach dem 31. Dezember 2007 geboren wurden, gibt es zusätzlich 300 Euro Kinderzulage pro Jahr (§ 85 EStG). Ältere Kinder erhalten 185 Euro. Die Zulagen werden direkt auf den Riester-Vertrag eingezahlt — sie erhöhen das Kapital ohne Steuerbelastung.
Mindesteigenbeitrag und Höchstbetrag
Um die volle Zulage zu erhalten, muss ein Mindesteigenbeitrag von 4 Prozent des rentenversicherungspflichtigen Vorjahres-Bruttoeinkommens eingezahlt werden — abzüglich der erhaltenen Zulagen, mindestens jedoch 60 Euro pro Jahr (§ 86 Abs. 1 EStG). Wer weniger einzahlt, erhält die Zulage nur anteilig. Der steuerlich abzugsfähige Höchstbetrag beträgt 2.100 Euro pro Jahr (Eigenbeitrag plus Zulagen zusammen, § 10a EStG).
Günstigerprüfung und Steuererstattung
Das Finanzamt führt automatisch eine Günstigerprüfung durch: Falls der Sonderausgabenabzug der Riester-Beiträge zu einer höheren Steuerersparnis führt als der bloße Erhalt der Zulage, wird die Differenz als Steuererstattung ausgezahlt. Dies lohnt sich besonders für Besserverdiener mit einem Grenzsteuersatz über 25 Prozent.
Renditewirkung von Kosten
Die tatsächliche Rendite einer Riester-Rente hängt wesentlich von den Verwaltungs- und Fondskosten ab. Hohe Abschlusskosten bei klassischen Versicherungen können die Rendite in den ersten Jahren stark belasten. Günstige Fondssparpläne (ETF-Riester) kommen auf Gesamtkosten (TER) von unter einem Prozent pro Jahr — klassische Rentenversicherungen liegen oft bei 1,5 bis 2,5 Prozent.
Nachgelagerte Besteuerung
Die Riester-Rente unterliegt der nachgelagerten Besteuerung: Beiträge und Zulagen sind in der Ansparphase steuerfrei oder steuerbegünstigt, Auszahlungen in der Rentenphase werden dagegen voll mit dem persönlichen Einkommensteuersatz versteuert. Da der Steuersatz im Alter in der Regel niedriger ist als im Erwerbsleben, entsteht ein zusätzlicher steuerlicher Vorteil.
Wann lohnt sich die Riester-Rente?
Besonders attraktiv ist die Riester-Rente für Familien mit mehreren Kindern — hier übersteigt die jährliche Förderung schnell 1.000 Euro und macht auch ungünstige Produkte renditeträchtig. Für Gutverdiener ohne Kinder lohnt sich die Riester-Rente hauptsächlich wegen der Steuerersparnis. Bei langen Laufzeiten (über 20 Jahre) und günstigen Produktkosten ist die Riester-Rente eine solide Ergänzung zur gesetzlichen Rente.
Häufig gestellte Fragen zur Riester-Rente
Wie hoch ist die staatliche Riester-Zulage 2026?
Die Grundzulage beträgt 175 Euro pro Jahr (§ 86 EStG). Zusätzlich gibt es eine Kinderzulage von 300 Euro pro Kind, das nach 2008 geboren ist (§ 85 EStG). Für Kinder, die vor 2008 geboren wurden, beträgt die Kinderzulage 185 Euro.
Wie viel muss ich selbst in die Riester-Rente einzahlen?
Der Mindesteigenbeitrag beträgt 4 % des rentenversicherungspflichtigen Vorjahresbruttoeinkommens abzüglich der Zulagen, mindestens jedoch 60 Euro pro Jahr (§ 86 Abs. 1 EStG). Der steuerliche Höchstbetrag ist 2.100 Euro pro Jahr (§ 10a EStG).
Welche Rendite ist bei der Riester-Rente realistisch?
Die effektive Rendite hängt stark von Produkt, Kosten und Laufzeit ab. Günstige Fondssparpläne können 3–5 % p.a. erreichen, klassische Versicherungen oft nur 1–2 %. Die staatliche Zulage verbessert die Rendite erheblich — besonders bei mehreren Kindern und niedrigem Eigenbeitrag.
Kann ich die Riester-Rente zusätzlich von der Steuer absetzen?
Ja. Eigenbeitrag plus Zulagen können bis maximal 2.100 Euro als Sonderausgaben in der Steuererklärung geltend gemacht werden (§ 10a EStG). Das Finanzamt prüft automatisch, ob Zulage oder Steuererstattung günstiger ist (Günstigerprüfung).
Was passiert bei Kündigung oder Entnahme der Riester-Rente?
Bei schädlicher Verwendung (z.B. vorzeitige Kündigung) müssen die erhaltenen Zulagen und Steuervorteile zurückgezahlt werden. Das angesparte Kapital wird voll versteuert. Eine wohnwirtschaftliche Verwendung (Eigenheim-Kauf) ist möglich, ohne Förderrückzahlung.
Lohnt sich die Riester-Rente für Selbständige?
Klassische Selbständige haben in der Regel keinen Anspruch auf Riester-Zulagen, da sie nicht rentenversicherungspflichtig sind. Ausnahmen: pflichtversicherte Handwerker, Hebammen und ähnliche Berufe. Selbständige sollten stattdessen Rürup-Rente oder private Altersvorsorge prüfen.