§ 352 HGB

Lohnt sich Skonto ziehen? Unser Rechner berechnet den effektiven Jahreszins Ihres Skontos und vergleicht ihn mit Ihrem Kontokorrentkredit. In den meisten Fällen lohnt sich frühes Zahlen deutlich — der Skonto-Jahreszins liegt oft bei 30–50 %.

Zahlungsziel Skonto Rechner 2026

§ 352 HGB — Effektiver Jahreszins des Skontos vs. Kontokorrentkredit

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Letzte Aktualisierung: 1. 1. 2026 · Gültig für: 2026 · Version: 1.0.0

Rechtsgrundlage

Skonto und Zahlungsziel — Grundlagen für Buchhalter

Was ist Skonto und wie funktioniert es?

Skonto ist ein prozentualer Preisnachlass auf den Rechnungsbetrag, den ein Lieferant gewährt, wenn der Käufer die Rechnung innerhalb einer bestimmten Frist bezahlt. Eine typische Skontoklausel lautet: “2 % Skonto bei Zahlung innerhalb 14 Tagen, 30 Tage netto”. Der Käufer kann also entweder früh zahlen und 2 % sparen oder die volle Rechnung innerhalb von 30 Tagen begleichen. Skonto ist ein weit verbreitetes Instrument im B2B-Zahlungsverkehr und stellt wirtschaftlich betrachtet eine Form der kurzfristigen Finanzierung dar.

Der effektive Jahreszins — warum Skonto oft teuer ist

Das Überraschende: Der effektive Jahreszins, den ein Lieferant implizit für den Zahlungsaufschub verlangt, ist oft extrem hoch. Bei 2 % Skonto mit 14 Tagen Skontofrist und 30 Tagen Zahlungsziel beträgt der effektive Jahreszins etwa 45–46 % p.a. Die Formel lautet:

Effektivzins = (Skonto% / (100 − Skonto%)) × (360 / (Zahlungsziel − Skontofrist)) × 100

Zum Vergleich: Ein Kontokorrentkredit bei der Hausbank kostet typischerweise 5–12 % p.a. Das bedeutet: In fast allen Fällen lohnt es sich, Skonto zu ziehen — selbst wenn man dafür kurzfristig einen Kredit aufnehmen muss!

Buchhalterische Behandlung von Skonto

Im Rechnungswesen wird Skonto unterschiedlich behandelt: Als Einkaufsrabatt (Minderung der Anschaffungskosten) oder als Zinserträge. Bei Lieferantenskonti handelt es sich handelsrechtlich meist um Anschaffungspreisminderungen, die direkt den Wareneinkauf reduzieren. Steuerlich ist die Behandlung analog — Skonti mindern die Bemessungsgrundlage. Bei der Umsatzsteuer gilt: Die Vorsteuer ist nur auf den tatsächlich gezahlten Nettobetrag abzugsfähig, wenn Skonto in Anspruch genommen wird.

Zahlungsziele und gesetzliche Regelungen — § 286 BGB

Das gesetzliche Zahlungsziel bei Handelsgeschäften zwischen Unternehmen beträgt nach § 286 Abs. 3 BGB grundsätzlich 30 Tage nach Rechnungserhalt (oder nach Erhalt der Leistung). Überschreitet ein Unternehmen diese Frist, gerät es automatisch in Verzug — ohne Mahnung. Der Verzugszinssatz beträgt 9 Prozentpunkte über dem Basiszinssatz. Längere Zahlungsziele (60, 90 Tage) können vereinbart werden, müssen aber ausdrücklich im Vertrag stehen und dürfen für kleine Unternehmen nicht unfair sein.

Praxisempfehlung für Buchhalter und Unternehmer

Die Faustregel lautet: Skonto ziehen lohnt sich fast immer — solange der effektive Jahreszins des Skontos den Kontokorrentzinssatz übersteigt, was bei typischen Skontosätzen von 1–3 % und Zahlungsfristdifferenzen von 16–20 Tagen fast immer der Fall ist. Selbst bei teuren Krediten (12 % p.a.) rechnet sich ein 2-%-Skonto bei 14/30-Kondition noch deutlich. Ausnahmen sind nur bei sehr langen Zahlungsfristdifferenzen (z. B. 2 % / 30 Tage, netto 60 Tage = Differenz 30 Tage) denkbar.

Häufige Fragen zu Skonto und Zahlungszielen

Was bedeutet "2/14 netto 30" auf einer Rechnung?

"2/14 netto 30" ist die klassische Skontoklausel: 2 % Skonto bei Zahlung innerhalb von 14 Tagen, ansonsten ist der volle Betrag innerhalb von 30 Tagen zu zahlen. Der effektive Jahreszins dieses Skontos liegt bei ca. 45–46 %. In der Praxis empfiehlt es sich fast immer, den Skonto in Anspruch zu nehmen.

Warum ist der effektive Jahreszins des Skontos so hoch?

Weil der Skonto-Prozentsatz (z. B. 2 %) nur für einen kurzen Zeitraum (z. B. 16 Tage) gilt. Hochgerechnet auf ein Jahr ergibt sich ein enormer Zins. Die Formel ist: Skonto% / (100 - Skonto%) × (360 / Tage) × 100. Bei 2 % und 16 Tagen: 2/98 × 360/16 × 100 ≈ 45,92 %. Daher lohnt sich Skonto ziehen fast immer.

Muss ich Skonto ziehen, wenn es angeboten wird?

Nein — Skonto ist ein freiwilliges Angebot des Lieferanten. Sie können immer wählen: früh zahlen und sparen, oder das Zahlungsziel voll ausnutzen. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht sollten Sie immer den effektiven Jahreszins des Skontos mit Ihrem Kontokorrentzinssatz vergleichen. In aller Regel lohnt sich Skonto.

Wie wird Skonto umsatzsteuerlich behandelt?

Wenn Skonto gezogen wird, mindert sich die Bemessungsgrundlage der Umsatzsteuer. Der Lieferant muss die USt entsprechend korrigieren. Als Käufer dürfen Sie nur die tatsächlich gezahlte Netto-USt als Vorsteuer abziehen. Wird die Rechnung im Nachhinein um den Skontobetrag gemindert, ist eine Rechnungskorrektur erforderlich — oder der Skonto ist im Originalrechnungsbetrag bereits eingerechnet.

Was passiert, wenn ich nach Ablauf der Skontofrist zu wenig zahle?

Wenn Sie den Skonto-Betrag von der Zahlung abziehen, aber nicht innerhalb der Skontofrist zahlen, haben Sie den Skonto nicht ordnungsgemäß in Anspruch genommen. Der Lieferant kann den Differenzbetrag nachfordern. Trifft dies zu, können Mahngebühren und Verzugszinsen hinzukommen. Skonto-Ziehung ist nur bei fristgerechter Zahlung berechtigt.

Wie lautet die genaue Formel für den effektiven Skonto-Jahreszins?

Die kaufmännische Standardformel lautet: Effektivzins (%) = (Skontosatz / (100 − Skontosatz)) × (360 / (Nettofrist − Skontofrist)) × 100. Bei 2 % Skonto, 14 Tagen Skontofrist und 30 Tagen Nettofrist ergibt sich: (2/98) × (360/16) × 100 ≈ 45,92 %. Diese Formel basiert auf dem kaufmännischen Zinsjahr mit 360 Tagen.

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