§ 535 BGB

Berechnen Sie schnell und einfach die Gesamtkosten Ihres Gewerbemietverhältnisses. Der Rechner ermittelt die Warmmiete aus Kaltmiete und Betriebskostenvorauszahlung, den flächenbezogenen Kaltmietpreis sowie die voraussichtliche Mietentwicklung über fünf Jahre bei vereinbarter Indexklausel nach dem Verbraucherpreisindex (VPI).

Gewerbemiete Betriebskosten Rechner 2026

§ 535 BGB — Gewerberaummietrecht

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Letzte Aktualisierung: 22. 3. 2026 · Gültig für: 2026 · Version: 1.0.0

Rechtsgrundlage

Kurz zum Thema

Das gewerbliche Mietrecht ist in Deutschland weniger streng reguliert als das Wohnraummietrecht. Die §§ 535 bis 580a BGB bilden den gesetzlichen Rahmen, lassen den Parteien aber erheblich mehr Vertragsfreiheit als bei Wohnungen. Gewerbetreibende und Vermieter können nahezu alle wesentlichen Konditionen frei aushandeln: Miethöhe, Betriebskostenumlagen, Kündigungsfristen, Renovierungspflichten und Laufzeiten. Der Rechner hilft Ihnen, die tatsächlichen monatlichen Kosten und die langfristige Mietentwicklung zu kalkulieren.

Betriebskosten bei Gewerberaum

Bei Gewerberaummiete können alle tatsächlich anfallenden Bewirtschaftungskosten auf den Mieter umgelegt werden, sofern dies vertraglich vereinbart ist. Dazu gehören neben den klassischen Nebenkosten wie Heizung, Wasser und Strom auch Kosten für Hausmeister, Sicherheitsdienst, Pflege der Außenanlagen und sogar Verwaltungskosten, die bei Wohnraum nicht umlagefähig wären. Die Betriebskostenverordnung (BetrKV) gilt im Gewerbebereich nicht zwingend, kann aber vertraglich als Orientierung vereinbart werden. Für eine rechtssichere Abrechnung empfiehlt sich eine klare vertragliche Definition der umlagefähigen Positionen.

Indexklausel und Mietanpassung

Eine Indexklausel gemäß § 557b BGB bindet die Miete an den Verbraucherpreisindex (VPI) des Statistischen Bundesamts. Bei einer jährlichen Inflation von zwei Prozent steigt eine Gewerbemiete von 2.000 Euro nach fünf Jahren auf rund 2.208 Euro. Im Langzeitvergleich kann dies erhebliche Auswirkungen auf die Gesamtmietbelastung haben. Indexklauseln sind im Gewerbebereich weit verbreitet, weil sie für beide Seiten Planungssicherheit bieten: Der Vermieter ist vor realen Mietwertverlusten geschützt, der Mieter kann die zukünftige Belastung kalkulieren. Häufig wird ein Mindestanpassungsschwellenwert (z. B. VPI-Veränderung um mindestens 5 %) vereinbart.

Flächenberechnung und Quadratmeterpreis

Der Quadratmeterpreis ist ein zentraler Vergleichsmaßstab auf dem gewerblichen Mietmarkt. Bei Gewerberäumen wird die Mietfläche häufig nach DIN 277 (Bruttogrundfläche) oder nach der gif-Richtlinie für Büroflächen berechnet. Dies kann zu deutlich anderen Ergebnissen führen als die Wohnflächenberechnung nach der WoFlV. Vermieter sollten im Mietvertrag die verwendete Berechnungsmethode explizit angeben. Marktberichte des IVD (Immobilienverband Deutschland) und lokaler Maklerverbände liefern Richtwerte für ortsübliche Gewerbe-Quadratmeterpreise nach Lage und Nutzungsart.

Häufig gestellte Fragen zur Gewerbemiete

Was sind Betriebskosten bei Gewerbemiete?

Betriebskosten bei der Gewerbemiete sind alle laufenden Kosten, die durch die Nutzung des Gewerbeobjekts entstehen. Dazu gehören Heizung, Wasser, Abwasser, Müllentsorgung, Hausmeister, Gebäudereinigung, Versicherungen und öffentliche Abgaben. Im Gegensatz zur Wohnraummiete können bei der Gewerbemiete auch ungewöhnliche Kostenpositionen vereinbart werden, sofern dies vertraglich geregelt ist. Eine abschließende gesetzliche Aufzählung wie die Betriebskostenverordnung (BetrKV) für Wohnraum gilt bei Gewerberaum nicht zwingend.

Gilt die Mietpreisbremse auch für Gewerbemiete?

Nein, die Mietpreisbremse (§§ 556d–556g BGB) gilt ausschließlich für Wohnraum. Bei Gewerbemiete gibt es keine gesetzliche Begrenzung der Miethöhe. Vermieter und Mieter können die Miete grundsätzlich frei vereinbaren. Lediglich sittenwidrig überhöhte Mieten können unter bestimmten Voraussetzungen nach § 138 BGB nichtig sein.

Was ist eine Indexklausel bei Gewerbemiete?

Eine Indexklausel (§ 557b BGB) bindet die Miete an die Entwicklung des Verbraucherpreisindex (VPI) des Statistischen Bundesamts. Bei steigendem VPI erhöht sich die Miete entsprechend, bei sinkendem VPI kann sie auch sinken. Im Gewerbebereich sind Indexklauseln weit verbreitet, da sie Planungssicherheit für beide Seiten bieten. Häufig ist ein Mindestanpassungsschwellenwert von 5–10 % vereinbart, ab dem die Anpassung greift.

Was sind typische Kündigungsfristen bei Gewerberaummiete?

Nach § 580a Abs. 2 BGB beträgt die gesetzliche Kündigungsfrist bei Gewerberaummiete sechs Monate zum Quartalsende. Abweichende Fristen können vertraglich vereinbart werden. Bei befristeten Gewerbemietverträgen (oft 5 oder 10 Jahre) ist eine ordentliche Kündigung während der Laufzeit ausgeschlossen. Verlängerungsoptionen und Sonderkündigungsrechte müssen ausdrücklich vereinbart werden.

Darf der Vermieter bei Gewerbemiete alle Betriebskosten umlegen?

Grundsätzlich ja — bei Gewerbemiete können Parteien die Betriebskostenumlage frei gestalten. Es können alle tatsächlich anfallenden Kosten auf den Mieter umgelegt werden, sofern dies im Vertrag ausdrücklich vereinbart ist. Bei pauschalen Klauseln wie "alle Betriebskosten" können auch Kosten umgelegt werden, die bei Wohnraum nicht umlagefähig wären (z. B. Verwaltungskosten). Eine jährliche Betriebskostenabrechnung ist analog zu § 556 BGB üblich, aber nicht gesetzlich vorgeschrieben.

Wie wird die Kaltmiete pro Quadratmeter berechnet?

Der Quadratmeterpreis ergibt sich aus der Kaltmiete dividiert durch die vereinbarte Mietfläche. Wichtig: Bei Gewerberäumen wird häufig nach DIN 277 oder der gif-Richtlinie gemessen, was zu anderen Flächenwerten als bei Wohnflächen führen kann. Der Quadratmeterpreis ist ein wichtiger Vergleichsmaßstab für die Marktangemessenheit der Miete und wird bei Vertragsverhandlungen und Mietspiegeln (z. B. des IVD) verwendet.

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