§§ 286, 300 InsO

Berechnen Sie die Kosten eines Insolvenzverfahrens: Gerichtsgebühren, Insolvenzverwaltervergütung und Verfahrensdauer nach InsO. Für Privatinsolvenz (Verbraucherinsolvenz) und Unternehmensinsolvenz — mit Restschuldbefreiung nach 3 Jahren (InsO § 300).

Insolvenzkosten Rechner 2026

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Letzte Aktualisierung: 18. 3. 2026 · Gültig für: 2026 · Version: 1.0.0

Rechtsgrundlage

Kurz zum Thema: Insolvenzkosten und Restschuldbefreiung

Ein Insolvenzverfahren ist ein gerichtliches Verfahren zur geordneten Abwicklung der Schulden eines zahlungsunfähigen Schuldners. In Deutschland unterscheidet man zwischen der Privatinsolvenz (Verbraucherinsolvenz) für natürliche Personen und der Unternehmensinsolvenz für Gesellschaften wie GmbH, UG oder GbR.

Kosten der Privatinsolvenz

Die Kosten eines Privatinsolvenzverfahrens setzen sich aus Gerichtsgebühren und der Vergütung des Insolvenzverwalters zusammen. Gerichtsgebühren betragen bei einer typischen Privatinsolvenz ca. 1.500–2.000 €, die Verwaltervergütung richtet sich nach der vorhandenen Insolvenzmasse gemäß InsVV § 2. Die Mindestvergütung beträgt 1.000 €; bei einer Masse von 15.000 € fallen etwa 6.000 € Verwaltervergütung an (40 % der Masse).

Wichtig: Fehlt ausreichend Masse zur Kostendeckung, kann das Insolvenzgericht die Verfahrenskosten nach InsO § 4a stunden. Der Schuldner zahlt die Kosten dann nach der Restschuldbefreiung in Raten zurück.

Restschuldbefreiung nach 3 Jahren

Die wichtigste Neuerung der InsO-Reform 2021 ist die Verkürzung der Wohlverhaltensphase auf 3 Jahre (InsO § 300 Abs. 1 Satz 2). Zuvor waren bis zu 6 Jahre nötig. Voraussetzung ist, dass der Schuldner seine Erwerbsobliegenheit erfüllt, kein neues Vermögen verheimlicht und die Kosten des Verfahrens deckt. Nach erfolgreichem Abschluss werden alle verbleibenden Schulden gerichtlich erlassen.

Unternehmensinsolvenz: Kosten und Ablauf

Bei einer Unternehmensinsolvenz fallen die Kosten deutlich höher aus. Für eine kleine GmbH mit einer Masse unter 100.000 € sind Gerichtskosten ab ca. 2.500 € und Verwaltervergütung nach InsVV zu erwarten. Mittlere Unternehmen mit größeren Massen zahlen entsprechend mehr. Die typische Verfahrensdauer beträgt 1–3 Jahre.

Für Kapitalgesellschaften gilt keine Restschuldbefreiung — sie werden nach Abschluss des Verfahrens aufgelöst. Ausnahme: Das Insolvenzplanverfahren (InsO § 217 ff.) kann eine Sanierung ermöglichen, wenn die Mehrheit der Gläubiger zustimmt.

Antragspflicht für GmbH-Geschäftsführer

Geschäftsführer einer GmbH sind nach § 15a InsO verpflichtet, bei Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung unverzüglich, spätestens innerhalb von 6 Wochen, Insolvenzantrag zu stellen. Wer diese Frist versäumt, haftet persönlich für entstandene Schäden und macht sich strafbar (Insolvenzverschleppung, § 15a Abs. 4 InsO).

Nicht erlassene Schulden

Trotz Restschuldbefreiung bleiben bestimmte Schulden bestehen (InsO § 302): Schulden aus vorsätzlicher unerlaubter Handlung (z.B. Betrug), Geldstrafen und Bußgelder, Steuerhinterziehung sowie Unterhaltsrückstände. Diese Schulden müssen auch nach der Restschuldbefreiung weiter bedient werden.

Hinweis zur Berechnung

Dieser Rechner liefert eine vereinfachte Schätzung der Insolvenzkosten auf Basis der gesetzlichen Mindestvergütungen nach InsVV und typischen Gerichtsgebühren. Die tatsächlichen Kosten können je nach Komplexität des Verfahrens, Anzahl der Gläubiger und Aktivitäten des Verwalters erheblich abweichen. Eine individuelle Beratung durch einen Insolvenzrechtsanwalt ist empfehlenswert.

Häufig gestellte Fragen zur Insolvenz

Was kostet eine Privatinsolvenz?

Gerichts- und Verwalterkosten einer Privatinsolvenz betragen ca. 2.000–4.000 €. Bei fehlender Masse können die Kosten nach InsO § 4a gestundet werden.

Wie lange dauert die Privatinsolvenz bis zur Restschuldbefreiung?

Seit der InsO-Reform 2021 dauert die Wohlverhaltensphase nur noch 3 Jahre (InsO § 300 Abs. 1). Zuvor waren es 6 Jahre.

Welche Schulden werden bei der Restschuldbefreiung nicht erlassen?

Von der Restschuldbefreiung ausgenommen sind Schulden aus vorsätzlicher unerlaubter Handlung, Geldstrafen, Steuerhinterziehung sowie Unterhaltspflichten (InsO § 302).

Kann ein Unternehmen saniert werden statt Liquidation?

Ja, das Insolvenzplanverfahren (InsO § 217 ff.) ermöglicht eine Sanierung. Gläubiger können einem Restrukturierungsplan zustimmen, der das Unternehmen erhält.

Wann ist ein Insolvenzantrag für GmbH-Geschäftsführer Pflicht?

GmbH-Geschäftsführer sind verpflichtet, spätestens 6 Wochen nach Eintritt der Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung Insolvenz anzumelden (§ 15a InsO). Bei Verstoß droht persönliche Haftung.

Was ist die Insolvenzmasse?

Die Insolvenzmasse umfasst das gesamte pfändbare Vermögen des Schuldners zum Zeitpunkt der Verfahrenseröffnung sowie Vermögen, das er während des Verfahrens erwirbt (InsO § 35).

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