Berechnen Sie Combined Ratio, Schadenquote (Loss Ratio) und Kostenquote (Expense Ratio) für Ihre Versicherungsberichterstattung gemäß § 23 BerVersV 2017 — schnell, transparent und auf Basis aktueller Meldepflichten gegenüber der BaFin.
Rechtsgrundlage
- § 23 Verordnung über die Berichterstattung von Versicherungsunternehmen 2017 (BerVersV 2017) ↗
Kennzahlen für Versicherungsberichterstattung an BaFin
Gültig ab: 1. 1. 2017
- § 341a Handelsgesetzbuch (HGB) ↗
Jahresabschluss von Versicherungsunternehmen
Gültig ab: 1. 1. 2016
Versicherungskennzahlen: Combined Ratio und mehr
Versicherungsunternehmen sind nach § 23 der Verordnung über die Berichterstattung von Versicherungsunternehmen (BerVersV 2017) verpflichtet, standardisierte Kennzahlen in ihren Jahresabschlüssen auszuweisen. Diese Kennzahlen ermöglichen Aufsichtsbehörden, Investoren und Analysten einen schnellen Vergleich der wirtschaftlichen Lage verschiedener Versicherer.
Die wichtigste Kennzahl ist die Combined Ratio (Kombinierte Schaden-Kostenquote). Sie setzt die Summe aus Schadenaufwendungen und Betriebskosten ins Verhältnis zu den verdienten Nettoprämien. Ein Wert unter 100 % signalisiert einen versicherungstechnischen Gewinn.
Die Schadenquote (Loss Ratio) misst, welcher Anteil der Prämien für Schadenzahlungen aufgewendet wird. Ein Versicherer mit einer Schadenquote von 70 % zahlt für jeden vereinnahmten Euro Prämie 70 Cent für Versicherungsleistungen.
Die Kostenquote (Expense Ratio) erfasst Abschluss- und Verwaltungskosten im Verhältnis zu den Prämien. Eine marktübliche Kostenquote liegt je nach Versicherungszweig zwischen 20 % und 35 %.
Die Operating Ratio ergänzt die Combined Ratio um den Einfluss der Kapitalanlage. Da Versicherungsunternehmen Prämienreserven investieren, kann ein versicherungstechnischer Verlust (Combined Ratio > 100 %) durch Kapitalanlageerträge kompensiert werden. Die BerVersV 2017 löste die ältere Versicherungsunternehmens-Rechnungslegungsverordnung (RechVersV) ab und passte die Anforderungen an Solvency II an.
Häufig gestellte Fragen zu Versicherungskennzahlen
Was ist die Combined Ratio?
Die Combined Ratio (Kombinierte Schaden-Kostenquote) ist die Summe aus Schadenquote und Kostenquote. Ein Wert unter 100 % bedeutet versicherungstechnischen Gewinn, über 100 % einen Verlust aus dem versicherungstechnischen Geschäft.
Welche Kennzahlen schreibt § 23 BerVersV 2017 vor?
§ 23 BerVersV 2017 regelt die Gliederung der Gewinn- und Verlustrechnung für Versicherungsunternehmen und bildet die Grundlage für die Berechnung der Branchen-Kennzahlen. Die Verordnung verpflichtet zur Ausweisung nach Versicherungszweigen.
Was bedeutet eine Combined Ratio von 95 %?
Eine Combined Ratio von 95 % bedeutet, dass das Versicherungsunternehmen von 100 € Prämieneinnahmen 95 € für Schäden und Kosten aufwendet — und somit 5 € versicherungstechnischen Gewinn erzielt. Zusätzliche Kapitalanlageerträge verbessern das Gesamtergebnis weiter.
Wie unterscheidet sich die Operating Ratio von der Combined Ratio?
Die Operating Ratio berücksichtigt zusätzlich die Kapitalanlageerträge: Operating Ratio = Combined Ratio − Kapitalanlagequote. Damit zeigt sie das gesamtunternehmerische Ergebnis. Ein Versicherer kann eine Combined Ratio über 100 % haben, aber dank Kapitalanlage insgesamt profitabel sein.
Für wen ist diese Berechnung relevant?
Die Kennzahlenberechnung ist relevant für Versicherungsunternehmen (zur BaFin-Berichterstattung), Finanzanalysten (für Unternehmensvergleiche), Investoren (zur Bewertung), Ratingagenturen sowie Aufsichtsbehörden wie die BaFin.
Gilt die BerVersV 2017 für alle Versicherungsunternehmen?
Die BerVersV 2017 gilt für alle deutschen Versicherungsunternehmen, die unter Solvency II fallen. Kleine Versicherungsunternehmen (§ 213 VAG) und Pensionskassen können abweichenden Regelungen unterliegen.