§ 18 InvStG

Berechnen Sie die Entwicklung Ihres ETF-Sparplans mit realistischen Kosten (TER), Steuern (Vorabpauschale, Abgeltungsteuer) und Inflation — nominal und inflationsbereinigt.

ETF-Sparplan Rechner 2025

Endkapital mit TER, Steuern und Inflation berechnen

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Letzte Aktualisierung: 17. 3. 2026 · Gültig für: 2025 · Version: 1.0.0

Rechtsgrundlage

ETF-Sparplan: Langfristiger Vermögensaufbau für Privatanleger

Ein ETF-Sparplan ist eine der effizientesten Methoden für den langfristigen Vermögensaufbau. Exchange Traded Funds (ETFs) bilden einen Aktienindex wie den MSCI World oder den FTSE All-World nach und bieten damit breite Diversifikation zu minimalen Kosten. Durch regelmäßige monatliche Einzahlungen nutzen Anleger den Cost-Averaging-Effekt und müssen sich nicht um den richtigen Einstiegszeitpunkt sorgen.

Zinseszinseffekt und Anlagedauer

Der Zinseszinseffekt ist der wichtigste Verbündete des Sparplaninvestors. Reinvestierte Erträge erwirtschaften ihrerseits Erträge — dadurch wächst das Vermögen exponentiell. Bei einer effektiven Rendite von 6,8 % p.a. (7 % brutto minus 0,2 % TER) verdoppelt sich das investierte Kapital etwa alle 10,6 Jahre. Nach 20 Jahren hat ein monatlicher Sparbetrag von 300 Euro ein Vermögen von deutlich über 100.000 Euro aufgebaut.

Kosten: TER und ihre Wirkung

Die Total Expense Ratio (TER) ist die jährliche Gesamtkostenquote eines ETFs. Sie wird täglich anteilig vom Fondsvermögen abgezogen und mindert die Rendite. Bei breit gestreuten Welt-ETFs liegt die TER typischerweise zwischen 0,10 % und 0,25 %. Obwohl der Unterschied gering erscheint, summiert sich der Effekt über Jahrzehnte: 0,10 % weniger TER bedeuten bei 100.000 Euro Vermögen eine Ersparnis von ca. 100 Euro pro Jahr — oder über 20 Jahre einen Vermögensunterschied von mehreren Tausend Euro.

Steuerliche Behandlung

Seit der Investmentsteuerreform 2018 unterliegen thesaurierende ETFs der Vorabpauschale nach § 18 InvStG. Diese jährliche Mindestbesteuerung orientiert sich am EZB-Basiszins und sorgt dafür, dass auch bei thesaurierenden Fonds laufend eine gewisse Steuer anfällt. Beim Verkauf wird die Abgeltungsteuer (26,375 % inkl. Soli) auf den gesamten Gewinn fällig, abzüglich der bereits gezahlten Vorabpauschalen und des Sparerpauschbetrags. Aktienfonds mit mehr als 51 % Aktienanteil profitieren von einer 30-prozentigen Teilfreistellung.

Inflation berücksichtigen

Ein häufig übersehener Faktor ist die Inflation. Bei einer Nominalrendite von 7 % und 2,5 % Inflation beträgt die reale Rendite nur noch etwa 4,4 %. Das bedeutet: Ein Endvermögen von 200.000 Euro in 20 Jahren hat eine Kaufkraft von nur ca. 122.000 Euro in heutigen Preisen. Daher ist es wichtig, sowohl nominal als auch real zu planen — dieser Rechner zeigt beide Werte an.

Häufige Fragen zum ETF-Sparplan

Welche Rendite kann ich realistisch mit einem ETF-Sparplan erwarten?

Historisch erzielten breit diversifizierte Welt-ETFs (MSCI World) 7–9 % p.a. nominal. Nach TER (0,10–0,50 %), Steuern und 2–3 % Inflation liegt die reale Rendite bei 4–6 % p.a. Eine Garantie für die Zukunft gibt es nicht — kurzfristig sind Verluste von 30–50 % möglich.

Was ist die Vorabpauschale und wie wirkt sie sich aus?

Die Vorabpauschale (§ 18 InvStG) ist eine jährliche Mindestbesteuerung für thesaurierende ETFs. Sie berechnet sich als 70 % × Basisertrag × Fondswert. Der Basisertrag entspricht dem EZB-Basiszins (z. B. 2,29 % für 2025). Die gezahlte Vorabpauschale wird beim Verkauf auf die Abgeltungsteuer angerechnet.

Was ist die TER und wie beeinflusst sie meine Rendite?

Die Total Expense Ratio (TER) sind die jährlichen Fondskosten, die automatisch vom Fondsvermögen abgezogen werden. Ein ETF mit 7 % Bruttorendite und 0,20 % TER erzielt effektiv 6,80 % p.a. Bei einem Anlagehorizont von 20 Jahren reduziert 0,20 % TER das Endkapital um ca. 3–4 %. Günstige Welt-ETFs haben eine TER von 0,10–0,25 %.

Wie werden ETF-Gewinne beim Verkauf besteuert?

Beim Verkauf fällt Abgeltungsteuer (25 % + 5,5 % Soli = 26,375 %) auf den Gewinn an. Aktienfonds erhalten eine Teilfreistellung von 30 % — nur 70 % des Gewinns werden besteuert. Bereits gezahlte Vorabpauschalen werden angerechnet. Der Sparerpauschbetrag von 1.000 € reduziert die Steuerlast zusätzlich.

Einmalanlage oder Sparplan — was ist besser?

Statistisch erzielt eine Einmalanlage in ca. 65 % der Fälle eine höhere Rendite als ein Sparplan (weil der Markt langfristig steigt). Der Sparplan hat den Vorteil des Cost-Averaging-Effekts: Bei fallenden Kursen kaufen Sie mehr Anteile, bei steigenden weniger. Psychologisch ist der Sparplan oft einfacher durchzuhalten.

Wie wirkt sich Inflation auf mein ETF-Vermögen aus?

Inflation reduziert die Kaufkraft Ihres Endvermögens. Bei 7 % Nominalrendite und 2,5 % Inflation beträgt die reale Rendite ca. 4,4 % p.a. Über 20 Jahre verliert ein Vermögen von 100.000 € nominal durch 2,5 % Inflation ca. 39 % seiner Kaufkraft. Aktien-ETFs gelten jedoch als guter Inflationsschutz, da Unternehmen Preiserhöhungen weitergeben können.

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