§ 8 KStG / § 19 EStG

Berechnen Sie die steuerliche Gesamtbelastung einer GmbH-Tantieme — sowohl für die GmbH (Betriebsausgabe, Steuerersparnis) als auch für den Geschäftsführer (Netto-Tantieme nach Lohnsteuer). Basiert auf § 8 KStG und § 32a EStG, gültig 2026.

Geschäftsführer-Tantieme Steuer Rechner

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Letzte Aktualisierung: 1. 1. 2026 · Gültig für: 2026 · Version: 1.0.0

Rechtsgrundlage

GmbH-Tantieme — steuerliche Auswirkungen erklärt

GmbH-Geschäftsführer-Tantieme — steuerliche Gesamtbelastung

Eine Tantieme ist eine erfolgsabhängige Zusatzvergütung des GmbH-Geschäftsführers. Sie ist steuerlich zweiseitig: Für die GmbH stellt sie eine Betriebsausgabe dar, die das körperschaftsteuerpflichtige Einkommen mindert (§ 8 KStG). Für den Geschäftsführer handelt es sich um Arbeitslohn nach § 19 EStG, der mit seinem persönlichen Grenzsteuersatz besteuert wird.

Die GmbH-Steuerersparnis durch eine Tantieme setzt sich zusammen aus: Körperschaftsteuer 15 %, Solidaritätszuschlag auf KSt 0,825 % und Gewerbesteuer (typisch ca. 14 % bei Hebesatz 400 %). In der Summe spart die GmbH rund 29–30 % des Tantieme-Betrags an Steuern.

Grenzsteuersatz und Netto-Tantieme

Der Geschäftsführer zahlt auf die Tantieme seinen individuellen Grenzsteuersatznach § 32a EStG. Liegt das Jahresbruttoeinkommen über 66.760 € (2026), greift der Spitzensteuersatz von 42 %. Ab 277.826 € gilt der Reichensteuersatz von 45 %. Für Einkommensteuerzahler mit einem Jahresgehalt von 80.000 € (typischer Geschäftsführer) beträgt der Grenzsteuersatz 42 %, sodass von einer Tantieme von 30.000 € nach Steuer rund 17.000–18.000 € verbleiben.

Ob Solidaritätszuschlag anfällt, hängt von der absoluten Einkommensteuerschuld ab. Die Freigrenze liegt 2026 bei 18.130 € Jahres-ESt — bei typischen Geschäftsführergehältern liegt der Soli meist an.

Sozialversicherungspflicht des Geschäftsführers

Gesellschafter-Geschäftsführer mit einer Beteiligung über 50 % oder mit gesellschaftsvertraglichen Sperrminoritäten sind in der Regel nicht sozialversicherungspflichtig — sie gelten steuerlich als selbständig tätig. Fremdgeschäftsführer ohne Gesellschaftsanteile sind dagegen abhängig Beschäftigte und zahlen den vollen AN-Anteil (~20 % des Bruttogehalts) an die Sozialversicherung. Unser Rechner unterscheidet beide Fälle.

Tantieme vs. Dividende — Steuervergleich

Für Gesellschafter-Geschäftsführer bietet sich oft die Frage: Ist eine Tantieme oder eine Dividende steuerlich günstiger? Eine Dividende wird aus dem bereits mit KSt und GewSt versteuerten Gewinn gezahlt und beim Gesellschafter mit 25 % Abgeltungsteuer belastet (Teileinkünfteverfahren bei wesentlicher Beteiligung unter Umständen günstiger). Eine Tantieme spart der GmbH ~30 % Steuern, kostet den Geschäftsführer aber seinen vollen Grenzsteuersatz. Bei einem Grenzsteuersatz unter 30 % kann die Tantieme günstiger sein; bei einem Steuersatz über 42 % ist eine Dividende oft vorteilhafter. Eine individuelle Steuerberatung ist empfehlenswert.

Häufige Fragen zur Geschäftsführer-Tantieme

Was ist eine GmbH-Geschäftsführer-Tantieme?

Eine Tantieme ist eine erfolgsabhängige Zusatzvergütung des Geschäftsführers, die vom Jahresgewinn der GmbH abhängt. Sie wird im Anstellungsvertrag oder durch Gesellschafterbeschluss vereinbart. Steuerlich ist die Tantieme eine Betriebsausgabe der GmbH (§ 8 KStG), die das körperschaftsteuerpflichtige Einkommen mindert. Beim Geschäftsführer stellt sie Arbeitslohn nach § 19 EStG dar.

Wie wird die Tantieme steuerlich behandelt?

Die GmbH spart durch die Tantieme Körperschaftsteuer (15 %), Solidaritätszuschlag auf KSt (0,825 %) und Gewerbesteuer (ca. 14 % bei Hebesatz 400 %). Zusammen ergibt das eine GmbH-Steuerersparnis von rund 29–30 % der Tantieme. Der Geschäftsführer zahlt auf die Tantieme Lohnsteuer nach seinem persönlichen Grenzsteuersatz plus ggf. Solidaritätszuschlag.

Muss ein Geschäftsführer Sozialversicherungsbeiträge auf die Tantieme zahlen?

Gesellschafter-Geschäftsführer mit einer Beteiligung von mehr als 50 % (beherrschende GmbH-Gesellschafter) sind in der Regel nicht sozialversicherungspflichtig. Fremdgeschäftsführer ohne Gesellschaftsanteile sind dagegen abhängig Beschäftigte und zahlen den üblichen Arbeitnehmer-Anteil (ca. 20 % des Brutto) an die Sozialversicherung. Unser Rechner berücksichtigt beide Fälle.

Ab wann ist eine Tantieme-Vereinbarung steuerlich wirksam?

Tantiemevereinbarungen müssen vor dem Wirtschaftsjahr abgeschlossen werden, für das sie gelten sollen. Rückwirkende Vereinbarungen erkennt das Finanzamt nicht an — das gilt sowohl für die Höhe als auch für die Einführung einer Tantieme. Die Vereinbarung sollte schriftlich im Anstellungsvertrag oder per Gesellschafterbeschluss dokumentiert sein.

Wie hoch darf die Tantieme sein?

Es gibt keine gesetzliche Höchstgrenze für die Tantieme. Allerdings darf die Gesamtvergütung des Geschäftsführers (Festgehalt + Tantieme + Nebenleistungen) nicht so hoch sein, dass sie als verdeckte Gewinnausschüttung (vGA) eingestuft wird. Als Faustregel gilt: Die Tantieme sollte maximal 25–50 % der Gesamtvergütung ausmachen. Bei einem Gesellschafter-Geschäftsführer prüft das Finanzamt, ob ein fremder Dritter unter gleichen Bedingungen ebenfalls eine so hohe Vergütung erhalten hätte.

Was ist der Vorteil einer Tantieme gegenüber einer Dividende?

Eine Tantieme ist für die GmbH eine abzugsfähige Betriebsausgabe (spart KSt + GewSt), während eine Dividende aus dem bereits versteuerten Gewinn gezahlt wird und beim Gesellschafter mit 25 % Abgeltungsteuer besteuert wird. Bei einem Gesellschafter-Geschäftsführer mit einem persönlichen Grenzsteuersatz über 25 % kann eine Tantieme unter bestimmten Umständen steuerlich günstiger sein — eine genaue Analyse erfordert jedoch einen Steuerberater.

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