Berechnen Sie die aufgelaufenen Zinsen auf Ihre Mietkaution nach BGB § 551. Geben Sie den Kautionsbetrag, die Mietdauer in Jahren und den angewandten Zinssatz ein — der Rechner ermittelt den Gesamtbetrag, den der Vermieter bei Mietende zurückzahlen muss, wahlweise mit einfacher Verzinsung oder Zinseszins.
Mietkaution Zinsen Rechner 2026
Rechtsgrundlage
- § 551 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) ↗
Mietkaution — max. 3 Nettokaltmieten, Anlage auf Sparbuch mit üblichem Zinssatz
Gültig ab: 1. 9. 2001
- § 246 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) ↗
Gesetzlicher Zinssatz: 4% p.a.
Gültig ab: 18. 8. 1896
Mietkaution und Zinsen: Was Mieter und Vermieter wissen müssen
Die Mietkaution ist eine Sicherheitsleistung, die der Mieter zu Beginn eines Mietverhältnisses entrichtet. Sie dient dem Vermieter als Absicherung gegen Mietschulden, Schäden oder ausstehende Nebenkostennachzahlungen. Das Bürgerliche Gesetzbuch regelt in § 551 BGB sowohl die Höchstgrenze als auch die Pflicht zur verzinslichen Anlage.
Gesetzliche Grundlagen nach BGB § 551
Gemäß § 551 Abs. 1 BGB darf die Mietkaution höchstens drei Nettokaltmieten betragen. Eine vertragliche Vereinbarung, die diesen Betrag überschreitet, ist nach § 551 Abs. 4 BGB unwirksam — der Mieter kann den überzahlten Betrag zurückfordern. Zudem darf der Vermieter nicht verlangen, dass die gesamte Kaution auf einmal gezahlt wird: Der Mieter hat das Recht, die Kaution in drei gleichen Monatsraten zu entrichten, wobei die erste Rate zu Beginn des Mietverhältnisses fällig ist.
Anlagepflicht und Zinsanspruch des Mieters
Nach § 551 Abs. 3 BGB ist der Vermieter verpflichtet, die erhaltene Kaution vom eigenen Vermögen getrennt anzulegen. Typischerweise geschieht dies auf einem Mietkautionssparbuch. Die Zinsen, die auf die Kaution anfallen, gehören dem Mieter und werden bei der Rückzahlung ausgekehrt. Als Maßstab gilt der bankübliche Zinssatz für Einlagen mit dreimonatiger Kündigungsfrist. In der aktuellen Zinslandschaft 2025/2026 liegt dieser Satz je nach Institut bei etwa 1,5 bis 3 Prozent per annum.
Einfache Verzinsung vs. Zinseszins
In der Praxis werden Mietkautionen meist mit einfacher Verzinsung angelegt, das heißt, die Zinsen werden nicht zum Kapital addiert, sondern separat gutgeschrieben. Bei langen Mietverhältnissen von zehn Jahren oder mehr und attraktiveren Zinssätzen kann der Zinseszinseffekt jedoch einen merklichen Unterschied machen. Der Rechner ermöglicht beide Berechnungsarten zum direkten Vergleich.
Rückgabe der Kaution nach Mietende
Nach Beendigung des Mietverhältnisses hat der Vermieter eine angemessene Frist, um eventuelle Forderungen (Schäden, Nebenkostennachzahlungen) zu prüfen und abzurechnen. Diese Prüffrist beträgt in der Rechtsprechung regelmäßig drei bis sechs Monate. Danach ist der vollständige Kautionsbetrag inklusive aller aufgelaufenen Zinsen zurückzuzahlen. Verweigert der Vermieter die Rückzahlung ohne berechtigten Grund, kann der Mieter vor dem Amtsgericht auf Rückzahlung klagen.
Häufige Fehler und Streitpunkte
Ein häufiger Streitpunkt ist die Höhe des angewandten Zinssatzes. Wählt der Vermieter ein Konto mit einem deutlich unterdurchschnittlichen Zins, kann der Mieter die Differenz zum marktüblichen Satz geltend machen. Ebenso ist eine Anlage auf dem privaten Konto des Vermieters ohne gesonderte Kennzeichnung unzulässig — der Mieter ist im Insolvenzfall des Vermieters dann wie ein normaler Gläubiger zu behandeln, was den Kautionsanspruch gefährdet. Eine korrekte Anlage schützt den Mieter auch in diesem Fall.
Häufige Fragen: Mietkaution Zinsen
Muss der Vermieter die Mietkaution verzinsen?
Ja. Gemäß § 551 Abs. 3 BGB muss der Vermieter die Mietkaution getrennt von seinem Vermögen anlegen — üblicherweise auf einem Sparbuch mit dem banküblichen Zinssatz für Einlagen. Die erwirtschafteten Zinsen stehen dem Mieter zu und werden bei Rückzahlung mit ausgekehrt.
Wie hoch ist der gesetzliche Mindestzins für die Mietkaution?
Der gesetzliche Zinssatz nach § 246 BGB beträgt 4 % p.a. Für Mietkautionen hat sich jedoch der bankübliche Sparbuchzins als Maßstab etabliert, der je nach Marktlage bei 1,5–3 % p.a. liegt. Wesentlich niedriger darf er nicht sein.
Wie hoch darf die Mietkaution maximal sein?
Gemäß § 551 Abs. 1 BGB darf die Mietkaution maximal drei Nettokaltmieten betragen. Eine höhere Vereinbarung wäre unwirksam. Die Kaution kann in drei gleichen Monatsraten gezahlt werden.
Wann muss der Vermieter die Kaution zurückzahlen?
Nach Beendigung des Mietverhältnisses hat der Vermieter eine angemessene Prüffrist, typischerweise 3–6 Monate. In dieser Zeit prüft er etwaige Schäden oder offene Nebenkosten. Danach muss die Kaution inklusive aller aufgelaufenen Zinsen zurückgezahlt werden.
Macht Zinseszins bei der Mietkaution einen großen Unterschied?
Bei kurzen Laufzeiten (1–3 Jahre) ist der Unterschied gering. Bei langen Mietverhältnissen von 10+ Jahren und höheren Zinssätzen kann der Zinseszinseffekt jedoch mehrere Prozent mehr Ertrag bringen. Der Rechner zeigt beide Varianten zum Vergleich.