GNotKG KV 21107

Eine UG (haftungsbeschränkt) lässt sich ab 1 € Stammkapital gründen. Aber was kostet die Gründung wirklich? Notar, Handelsregister und Gewerbeanmeldung — unser Rechner ermittelt alle Kosten nach GNotKG KV 21107 in Sekunden.

UG-Gründungskosten-Rechner 2026

Notar, Handelsregister und Gewerbeanmeldung nach GNotKG KV 21107

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Letzte Aktualisierung: 1. 1. 2026 · Gültig für: 2026 · Version: 1.0.0

Rechtsgrundlage

UG-Gründung — Kosten und Ablauf

UG (haftungsbeschränkt) — die "Mini-GmbH"

Die Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt), kurz UG, wurde 2008 mit dem MoMiG (Gesetz zur Modernisierung des GmbH-Rechts) eingeführt. Sie ermöglicht die Gründung einer haftungsbeschränkten Kapitalgesellschaft mit nur 1 € Stammkapital. Damit soll der Zugang zur Unternehmensform gegenüber der klassischen GmbH (25.000 € Mindestkapital) erleichtert werden.

Gründungskosten im Detail

Die Hauptkostenposition bei der UG-Gründung sind die Notargebühren. Diese richten sich nach dem Geschäftswert, der nach GNotKG mindestens 30.000 € beträgt — unabhängig davon, ob Sie mit 1 € oder 29.000 € Stammkapital gründen. Mit dem Musterprotokoll (§ 2 Abs. 1a GmbHG) fällt nur eine einfache Gebühr an; bei einer individuellen Satzung werden zwei Gebühren berechnet.

Die gesetzliche Rücklage

Die UG unterliegt einer besonderen Rücklagenpflicht (§ 5a Abs. 3 GmbHG): 25 % des Jahresergebnisses müssen in eine gesetzliche Rücklage eingestellt werden, bis das Stammkapital zusammen mit der Rücklage 25.000 € erreicht. Erst dann kann die UG in eine GmbH umgewandelt oder das Kapital erhöht werden. Diese Pflicht bremst Gewinnausschüttungen in den ersten Jahren.

Musterprotokoll vs. individuelle Satzung

Das Musterprotokoll ist eine standardisierte Satzung für einfache Strukturen mit bis zu drei Gesellschaftern und einem Geschäftsführer. Es spart Notarkosten, bietet aber wenig Flexibilität. Eine individuelle Satzung ermöglicht Sonderrechte, Veto-Klauseln, Nachfolgeregelungen und Gewinnverteilungsvereinbarungen — aber zu höheren Kosten.

Weitere Kosten nach der Gründung

Die einmaligen Gründungskosten sind nur der Anfang. Laufend fallen an: Körperschaftsteuer (15 % + Soli auf den Unternehmensgewinn), Gewerbesteuer (ca. 14–17 % effektiv), Buchführungs- und Steuerberatungskosten sowie die Pflicht zur Jahresabschluss-Offenlegung im Bundesanzeiger.

Häufige Fragen zur UG-Gründung

Was ist eine UG (haftungsbeschränkt)?

Die Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt), kurz UG, ist eine Sonderform der GmbH, die mit einem Stammkapital von nur 1 € gegründet werden kann (§ 5a GmbHG). Sie bietet wie die GmbH eine Haftungsbeschränkung auf das Gesellschaftsvermögen. Der Nachteil: Die UG muss 25 % des Jahresgewinns in eine gesetzliche Rücklage einzahlen, bis das Stammkapital 25.000 € erreicht — erst dann kann sie in eine "echte" GmbH umgewandelt werden.

Was kostet eine UG-Gründung insgesamt?

Die Gründungskosten einer UG bestehen aus Notargebühren (nach GNotKG, abhängig vom Geschäftswert), der Handelsregistergebühr (ca. 150 € inkl. Bundesanzeiger-Veröffentlichung) und der Gewerbeanmeldung (ca. 15–60 € je nach Gemeinde). Mit Musterprotokoll liegt der Gesamtaufwand typischerweise bei 400–600 € (plus Stammkapital). Dazu kommen laufende Kosten: Steuerberater, Buchführung, IHK-Beitrag.

Was ist das Musterprotokoll und wann lohnt es sich?

Das Musterprotokoll ist eine vereinfachte, gesetzlich vorgegebene Satzung für die UG-Gründung mit bis zu 3 Gesellschaftern und einem Geschäftsführer (§ 2 Abs. 1a GmbHG). Es reduziert die Notargebühren auf eine einfache Gebühr statt der üblichen zwei. Das Musterprotokoll ist empfehlenswert, wenn Sie alleine oder mit wenigen Partnern gründen und keine besonderen Satzungsregelungen benötigen. Bei komplexen Strukturen, mehreren Gesellschafterklassen oder Sonderrechten ist eine individuelle Satzung besser.

Wie wird die Notargebühr bei der UG berechnet?

Die Notargebühr richtet sich nach dem Geschäftswert, der mindestens 30.000 € beträgt (auch wenn das Stammkapital niedriger ist). Die Gebühr wird anhand der Tabelle B in Anlage 1 des GNotKG (KV 21107) ermittelt. Beim Musterprotokoll fällt eine einfache Gebühr (1,0-fach) an, bei individueller Satzung zwei Gebühren (2,0-fach für Entwurf und Beurkundung). Zuzüglich 19 % Umsatzsteuer ergibt sich die endgültige Notarrechnung.

UG oder GmbH — was ist sinnvoller?

Die Wahl hängt vom verfügbaren Kapital und dem Unternehmensimage ab. Die UG ist günstiger in der Gründung und eignet sich für den Einstieg mit wenig Kapital. Allerdings hat "UG" im Vergleich zu "GmbH" ein schwächeres Image gegenüber Geschäftspartnern und Banken. Sobald die Gewinnrücklage 25.000 € erreicht, empfiehlt sich die Umwandlung in eine GmbH, die keine Rücklagenpflicht hat. Wer das Startkapital von 25.000 € sofort aufbringen kann, sollte direkt eine GmbH gründen.

Was gehört zu den laufenden Kosten einer UG?

Neben den einmaligen Gründungskosten entstehen laufend: Steuerberater-/Buchführungskosten (500–3.000 € p.a.), IHK-Beitrag (ab ca. 156 € p.a. je nach Gewerbeertrag), ggf. Jahresabschlusskosten (Pflicht-Offenlegung im Bundesanzeiger), Körperschaftsteuer 15 % + Solidaritätszuschlag + Gewerbesteuer auf Unternehmensgewinne. Gewinnausschüttungen unterliegen der Kapitalertragsteuer von 25 % + Soli.

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