BGB § 1361

Berechnen Sie den Trennungsunterhalt nach BGB § 1361. Geben Sie die Nettoeinkommen beider Ehegatten, den Kindesunterhalt und einen etwaigen Mietvorteil ein — der Rechner ermittelt den monatlichen Unterhaltsbetrag nach der 3/7-Differenzmethode und prüft die Selbstbehaltgrenze von 1.475 € (Düsseldorfer Tabelle 2025).

Trennungsunterhalt Rechner 2026

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Letzte Aktualisierung: 18. 3. 2026 · Gültig für: 2026 · Version: 1.0.0

Rechtsgrundlage

Trennungsunterhalt in Deutschland: BGB § 1361 und 3/7-Methode

Der Trennungsunterhalt sichert den wirtschaftlich schwächeren Ehegatten während der Trennungszeit ab. Grundlage ist § 1361 BGB, der dem bedürftigen Ehegatten einen Anspruch auf „angemessenen Unterhalt" gegen den leistungsfähigen Ehegatten gibt. Die Berechnung folgt dem während der Ehe gelebten Lebensstandard — beide Ehegatten sollen während der Trennung ähnlich gut leben wie zuvor.

Die 3/7-Differenzmethode erklärt

Die Gerichte wenden überwiegend die sogenannte 3/7-Methode an: Zunächst werden die bereinigten Nettoeinkommen beider Ehegatten ermittelt. „Bereinigt" bedeutet: Das Nettoeinkommen wird um 5% für berufsbedingte Aufwendungen gekürzt (also × 0,95). Beim Zahler werden zusätzlich der Kindesunterhalt abgezogen und ein etwaiger Wohnvorteil (Mietvorteil) hinzuaddiert. Der Trennungsunterhalt beträgt dann 3/7 der Differenz dieser bereinigten Einkommen.

Selbstbehalt: Düsseldorfer Tabelle 2025

Der Unterhaltspflichtige muss nach Zahlung des Trennungsunterhalts einen Mindestbetrag für sich behalten — den sogenannten Selbstbehalt. Für Erwerbstätige beträgt dieser nach der Düsseldorfer Tabelle 2025 monatlich 1.475 €. Ist das verbleibende Einkommen des Zahlers nach Abzug des berechneten Unterhalts geringer als 1.475 €, wird der Unterhalt auf den Betrag reduziert, der nach Abzug des Selbstbehalts verbleibt.

Bereinigtes Einkommen: Was wird abgezogen?

Neben der 5%-Pauschale für berufsbedingte Aufwendungen werden vom Einkommen des Zahlers folgende Positionen abgezogen: vorrangiger Kindesunterhalt (Düsseldorfer Tabelle), notwendige Kreditraten für gemeinsame Schulden und ggf. Fahrtkosten bei langen Arbeitswegen. Hinzugerechnet wird der Wohnvorteil: Wenn der Zahler kostenlos in der ehelichen Wohnung wohnt, wird ein fiktiver Mietwert angesetzt, da er dadurch Ausgaben spart.

Trennungsunterhalt vs. nachehelicher Unterhalt

Trennungsunterhalt (§ 1361 BGB) und nachehelicher Unterhalt (§§ 1569 ff. BGB) unterscheiden sich wesentlich: Während der Trennung gilt das Prinzip „ehelicher Lebensstandard", nach der Scheidung müssen strenge Voraussetzungen erfüllt sein (Kinderbetreuung, Krankheit, Ausbildung, Alter etc.). Nachehelicher Unterhalt ist befristet und setzt Eigenverantwortung voraus — er ist also deutlich schwieriger zu bekommen als Trennungsunterhalt.

Rückwirkende Geltendmachung

Trennungsunterhalt kann rückwirkend ab dem Zeitpunkt gefordert werden, ab dem der Unterhaltspflichtige in Verzug gesetzt wurde — durch schriftliche Aufforderung zur Einkommensauskunft oder durch Klageerhebung. Eine unverzügliche Geltendmachung ist daher wichtig, um keine Ansprüche zu verlieren.

Häufig gestellte Fragen zum Trennungsunterhalt

Was ist Trennungsunterhalt?

Trennungsunterhalt ist der Unterhalt zwischen Eheleuten während der Trennungsphase bis zur rechtskräftigen Scheidung. Er ist nach BGB § 1361 geregelt und basiert auf dem ehelichen Lebensstandard. Anspruch besteht, wenn ein Ehegatte bedürftig ist und der andere leistungsfähig.

Wie lange gilt der Trennungsunterhalt?

Trennungsunterhalt gilt von der Trennung bis zur rechtskräftigen Scheidung. Das Trennungsjahr ist Voraussetzung für die Scheidung. Nach der Scheidung kann nachehelicher Unterhalt beansprucht werden, der aber strenger vorausgesetzt wird.

Was ist die 3/7-Methode?

Die 3/7-Methode ist eine von Gerichten anerkannte Berechnungsmethode: Der Unterhalt beträgt 3/7 der Differenz der bereinigten Nettoeinkommen. Diese Quotelung soll sicherstellen, dass der Unterhaltspflichtige leicht mehr behält als der Unterhaltsempfänger.

Muss ich als Student Trennungsunterhalt zahlen?

Auch Studierende können unterhaltspflichtig sein, wenn sie über Einkommen (z.B. Nebenjob) oder Vermögen verfügen. Eigene Darlehenszahlungen und Ausbildungskosten werden berücksichtigt. Bei fehlendem Einkommen kann ein fiktives Einkommen angesetzt werden.

Kann Trennungsunterhalt rückwirkend gefordert werden?

Ja, ab dem Zeitpunkt der Inverzugsetzung (schriftliche Aufforderung zur Auskunft über Einkommen). Ohne vorherige Aufforderung kann Trennungsunterhalt nur ab Klageerhebung rückwirkend gefordert werden.

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