Berechnen Sie die Vollstreckungsgebühren 2025: Gerichtskosten, Gerichtsvollziehergebühren und Anwaltskosten bei Konto-, Lohn- oder Sachpfändung nach ZPO und GvKostG.
Vollstreckungsgebühren Rechner 2025 — ZPO § 829
Rechtsgrundlage
- § 829 Zivilprozessordnung (ZPO) ↗
Pfändung einer Geldforderung
Gültig ab: 1. 1. 2025
- § 850c Zivilprozessordnung (ZPO) ↗
Pfändungsgrenzen für Arbeitseinkommen
Gültig ab: 1. 7. 2025
- § 788 Zivilprozessordnung (ZPO) ↗
Kosten der Zwangsvollstreckung — erstattungsfähig
Gültig ab: 1. 1. 2025
Kurz zum Thema: Vollstreckungsgebühren
Vollstreckungsgebühren im Überblick
Wenn ein Schuldner trotz rechtskräftigen Titels (Urteil, Vollstreckungsbescheid, notarielle Urkunde) nicht zahlt, bleibt dem Gläubiger die Zwangsvollstreckung als letztes Mittel. Die dabei anfallenden Kosten richten sich nach der Art der Vollstreckung und werden nach dem Gerichtskostengesetz (GKG), dem Gerichtsvollzieherkostengesetz (GvKostG) und dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) berechnet. Dieser Rechner hilft Gläubigern, die voraussichtlichen Kosten einer Zwangsvollstreckung vorab zu kalkulieren und die wirtschaftlich sinnvollste Vollstreckungsart zu wählen.
Kontopfändung und Lohnpfändung
Die häufigsten Vollstreckungsmaßnahmen sind Konto- und Lohnpfändung. Bei der Kontopfändung erlässt das Vollstreckungsgericht einen Pfändungs- und Überweisungsbeschluss (PfÜB) nach § 829 ZPO, der der Bank des Schuldners zugestellt wird. Die Gerichtsgebühr beträgt pauschal 20 € (GKG KV 2111). Bei der Lohnpfändung wird der Arbeitgeber verpflichtet, pfändbare Lohnanteile direkt an den Gläubiger abzuführen. Die Pfändungsgrenzen nach § 850c ZPO schützen das Existenzminimum des Schuldners und werden jährlich angepasst.
Sachpfändung durch den Gerichtsvollzieher
Bei der Sachpfändung sucht ein Gerichtsvollzieher den Schuldner auf und pfändet verwertbare Gegenstände. Die Gebühren richten sich nach dem GvKostG und umfassen eine Basisgebühr für die Pfändung, Wegegeld sowie ggf. Zustellungskosten. In der Praxis sind viele Sachpfändungen fruchtlos, da der Schuldner keine pfändbaren Wertgegenstände besitzt. Persönliche Gegenstände des täglichen Bedarfs sind nach § 811 ZPO unpfändbar. Der Gerichtsvollzieher erstellt ein Vermögensverzeichnis, das bei zukünftigen Vollstreckungsversuchen hilfreich sein kann.
Anwaltsgebühren in der Zwangsvollstreckung
Wird ein Rechtsanwalt mit der Zwangsvollstreckung beauftragt, fällt eine 0,3-Verfahrensgebühr nach RVG VV 3309 an. Die Grundgebühr richtet sich nach dem Gegenstandswert (= Forderungsbetrag) und wird mit dem Faktor 0,3 multipliziert. Hinzu kommt eine Auslagenpauschale von 20 €. Bei höheren Forderungen können die Anwaltskosten erheblich sein. Alle Vollstreckungskosten sind nach § 788 ZPO erstattungsfähig und erhöhen die Forderung gegen den Schuldner. Der Gläubiger sollte vor der Beauftragung prüfen, ob die Kosten in einem wirtschaftlich sinnvollen Verhältnis zur Forderung stehen.
Häufig gestellte Fragen zu Vollstreckungsgebühren
Was kostet eine Kontopfändung?
Eine Kontopfändung durch das Vollstreckungsgericht kostet ca. 20 € Gerichtsgebühr (GKG KV 2111). Anwaltsgebühren kommen ggf. dazu. Das Gericht überweist den gepfändeten Betrag nach einer vierwöchigen Wartefrist an den Gläubiger.
Was ist der Unterschied zwischen Kontopfändung und P-Konto?
Das P-Konto (Pfändungsschutzkonto) schützt einen Grundbetrag (2025: 1.492,43 €/Monat) vor Pfändung. Der Schuldner kann jedes Girokonto in ein P-Konto umwandeln lassen. Nur Beträge über dem Freibetrag sind pfändbar.
Wie läuft eine Lohnpfändung ab?
Nach Zustellung des Pfändungsbeschlusses beim Arbeitgeber muss dieser pfändbare Beträge direkt an den Gläubiger abführen. Der Arbeitgeber darf den Schuldner nicht kündigen und haftet für die ordnungsgemäße Abführung der pfändbaren Beträge.
Wann lohnt sich eine Sachpfändung?
Sachpfändung durch den Gerichtsvollzieher lohnt sich bei konkreten pfändbaren Wertgegenständen. Der Gerichtsvollzieher muss die Gegenstände besichtigen und schätzen. Bei wenig pfändbarem Besitz kann die Pfändung wirtschaftlich sinnlos sein.
Kann ich Vollstreckungskosten vom Schuldner zurückfordern?
Ja, Vollstreckungskosten sind nach § 788 ZPO als Teil der titulierten Forderung erstattungsfähig. Sie werden dem Schuldner angerechnet und erhöhen die Gesamtforderung. Allerdings müssen erst pfändbare Mittel vorhanden sein.
Was kostet ein Gerichtsvollzieher?
Die Gebühren richten sich nach dem GvKostG (Gerichtsvollzieherkostengesetz). Eine Sachpfändung kostet ca. 32 € Basisgebühr plus Wegegeld (ca. 11 €). Zustellgebühren und Auslagen kommen ggf. hinzu. Die Gebühren sind moderat im Vergleich zu Anwaltskosten.