Der Rechner ermittelt den Steueroptimierungseffekt einer GmbH-Tantieme nach § 8 KStG. Tantiemen für den Gesellschafter-Geschäftsführer mindern als Betriebsausgabe den körperschaftsteuerpflichtigen Gewinn und die Gewerbesteuer der GmbH, werden aber beim Empfänger mit Einkommensteuer belastet.
Rechtsgrundlage
- § 8 Körperschaftsteuergesetz (KStG) ↗
Betriebsausgaben und verdeckte Gewinnausschüttung
Gültig ab: 1. 1. 2008
- § 32a Einkommensteuergesetz (EStG) ↗
Einkommensteuertarif 2026 — Grundfreibetrag 12.084 €
Gültig ab: 1. 1. 2026
Tantieme bei der GmbH — Steueroptimierung für Gesellschafter-Geschäftsführer
Die Tantieme ist ein klassisches Instrument zur Steueroptimierung bei der GmbH. Als gewinnabhängige Vergütungskomponente für den Gesellschafter-Geschäftsführer kann sie die Gesamtsteuerbelastung deutlich senken — vorausgesetzt, sie ist korrekt strukturiert und vertraglich vereinbart.
Steuerlicher Mechanismus der Tantieme
Die Tantieme mindert als Betriebsausgabe (§ 8 KStG, § 4 Abs. 4 EStG) den körperschaftsteuerpflichtigen Gewinn der GmbH. Dadurch sinkt sowohl die Körperschaftsteuer (15 % nach § 23 KStG) als auch der Gewerbeertrag und damit die Gewerbesteuer. Die GmbH spart also auf beiden Ebenen. Beim Gesellschafter-Geschäftsführer wird die Tantieme als Arbeitslohn mit dem individuellen Einkommensteuersatz besteuert — zuzüglich Solidaritätszuschlag (bei hohen Einkommen) und ggf. Kirchensteuer.
Steuervergleich: Tantieme vs. Ausschüttung
Bei einer Gewinnausschüttung zahlt die GmbH zunächst Körperschaftsteuer (15 %) und Gewerbesteuer (je nach Hebesatz). Der verbleibende Gewinn wird beim Gesellschafter mit Abgeltungsteuer (25 %) belastet. Die Gesamtbelastung bei Ausschüttung liegt bei einem typischen Hebesatz von 400 % bei etwa 48–50 %. Bei einer Tantieme trägt nur der Gesellschafter die Einkommensteuer auf seinen persönlichen Satz. Liegt dieser unter ca. 30–35 %, ist die Tantieme steuerlich vorteilhafter.
Anforderungen an eine steuerlich anerkannte Tantieme
Die Finanzverwaltung erkennt eine Tantieme steuerlich nur an, wenn: (1) eine klare schriftliche Vereinbarung vor Beginn des Geschäftsjahres vorliegt, (2) die Tantieme einem Fremdvergleich standhält (ein fremder Dritter würde unter gleichen Bedingungen dasselbe verdienen), (3) die Tantieme in einem angemessenen Verhältnis zur Gesamtvergütung steht. Als Orientierungswert gilt: Tantieme nicht mehr als 50 % des Jahresgewinns vor Tantieme und Steuer.
Verdeckte Gewinnausschüttung vermeiden
Überhöhte Tantiemen, die dem Fremdvergleich nicht standhalten, werden als verdeckte Gewinnausschüttung (vGA) behandelt. Dies führt zur doppelten Besteuerung: Die GmbH darf die überschießende Tantieme nicht als Betriebsausgabe abziehen, beim Gesellschafter wird sie dennoch als Kapitalertrag mit Abgeltungsteuer belastet. Eine sorgfältige Planung und regelmäßige Überprüfung der Gehaltsstruktur sind daher unerlässlich.
Kombination mit Festgehalt
Optimal ist meist eine Kombination aus angemessenem Festgehalt und variabler Tantieme. Das Festgehalt bietet dem Geschäftsführer Planungssicherheit und die Tantieme koppelt die Vergütung an den Unternehmenserfolg. Diese Struktur entspricht auch dem Fremdüblichkeitsgebot, da externe Manager in vergleichbaren Positionen ebenfalls variable Gehaltsbestandteile erhalten.
Häufige Fragen — Tantieme GmbH
Was ist eine Tantieme bei der GmbH?
Eine Tantieme ist eine gewinnabhängige Vergütung für den Gesellschafter-Geschäftsführer. Sie mindert als Betriebsausgabe den GmbH-Gewinn und damit die Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer. Beim Geschäftsführer unterliegt sie als Arbeitslohn der Einkommensteuer.
Wie hoch sollte die Tantieme sein?
Steuerrechtlich akzeptiert die Finanzverwaltung Tantiemen, die zusammen mit dem Festgehalt dem entsprechen, was ein fremder Dritter in gleicher Position erhalten würde (Fremdvergleich). Als Faustformel gilt: Tantieme maximal 50 % des Vorsteuergewinns. Höhere Anteile können als verdeckte Gewinnausschüttung (vGA) gewertet werden.
Was ist eine verdeckte Gewinnausschüttung (vGA)?
Eine vGA liegt vor, wenn die GmbH Leistungen an den Gesellschafter erbringt, die ein ordentlicher Kaufmann einem fremden Dritten nicht gewährt hätte. Bei zu hohen Tantiemen behandelt das Finanzamt den überschießenden Betrag als vGA: Keine Betriebsausgabe bei der GmbH, aber volle Besteuerung beim Gesellschafter plus 25 % Kapitalertragsteuer.
Wann ist eine Tantieme steuerlich vorteilhafter als eine Ausschüttung?
Tantieme ist vorteilhafter, wenn der persönliche Steuersatz des Gesellschafters unter dem kombinierten Steuersatz der GmbH liegt (KSt 15 % + Soli 0,825 % + GewSt nach Hebesatz). Bei einem Gewerbesteuerhebesatz von 400 % beträgt die GmbH-Gesamtbelastung ca. 30 %. Liegt der persönliche Satz darunter, ist die Tantieme vorteilhaft.
Muss die Tantieme vertraglich vereinbart sein?
Ja. Die Tantieme muss im Geschäftsführer-Anstellungsvertrag oder in einer gesonderten Vereinbarung klar geregelt sein — vor Beginn des Geschäftsjahres, für das sie gezahlt werden soll. Nachträgliche Tantiemevereinbarungen ohne vorherige Grundlage erkennt die Finanzverwaltung steuerlich nicht an.