§ 8b KStG

Vergleichen Sie die Steuerbelastung einer GmbH-Holding-Struktur mit einer einfachen operativen GmbH. Dividenden sind innerhalb der Holding zu 95% steuerfrei(§ 8b KStG) — ein erheblicher Thesaurierungsvorteil für langfristig orientierte Unternehmer.

GmbH Holding-Struktur Steuervergleich

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Letzte Aktualisierung: 1. 1. 2026 · Gültig für: 2026 · Version: 1.0.0

Rechtsgrundlage

GmbH Holding-Struktur — Steueroptimierung mit § 8b KStG

GmbH-Holding: Was ist das und wozu?

Eine Holding-Struktur besteht aus mindestens zwei GmbHs: einer Holding-GmbH (Muttergesellschaft) und einer oder mehreren operativen GmbHs (Tochtergesellschaften). Die Holding hält die Beteiligung an den Tochtergesellschaften und empfängt deren Dividenden. Der entscheidende steuerliche Vorteil liegt in § 8b KStG: Dividenden zwischen Kapitalgesellschaften sind zu 95% steuerbefreit. Nur 5% gelten als nicht abzugsfähige Betriebsausgabe und werden mit KSt und GewSt besteuert.

95% Dividendenbefreiung nach § 8b KStG

Schüttet die operative GmbH 100.000 € an die Holding-GmbH aus, sind 95.000 € steuerfrei. Nur 5.000 € werden als fiktive Betriebsausgabe besteuert — bei einer effektiven Steuerbelastung von ca. 30% (KSt 15% + Soli 0,825% + GewSt) ergibt das lediglich ca. 1.500 € Steuernauf 100.000 € Dividende, also nur 1,5% Steuerlast. Im Vergleich: Würde die gleiche Dividende direkt an eine Privatperson gehen, fielen 26.375 € Kapitalertragsteuer an — ein massiver Unterschied.

Thesaurierungsvorteil der Holding

Der Hauptvorteil der Holding liegt im Thesaurierungsvorteil: Gewinne können fast steuerneutral in der Holding geparkt und reinvestiert werden — in neue Beteiligungen, Immobilien, Wertpapiere oder andere Vermögenswerte. Die Kapitalertragsteuer (26,375%) fällt erst an, wenn der Gesellschafter persönlich Geld aus der Holding entnimmt. Wer Gewinne langfristig reinvestiert, spart damit über Jahre erheblich.

Vergleich: mit und ohne Holding

Unser Rechner vergleicht die Gesamtsteuerbelastung in beiden Szenarien. Ohne Holdingzahlt die operative GmbH KSt + GewSt, und bei Ausschüttung fällt sofort KapESt an. Mit Holding zahlt die operative GmbH die gleichen Steuern, aber die Dividende an die Holding ist nahezu steuerfrei. Erst bei Endausschüttung an die Privatperson fällt KapESt an. Der Steuervorteil wächst mit höheren Gewinnen und niedrigerer Ausschüttungsquote.

Wann lohnt sich die Holding nicht?

Eine Holding-Struktur verursacht laufende Kosten: Steuerberater für den separaten Jahresabschluss, IHK-Beitrag, Bankgebühren und Verwaltungsaufwand. Bei Gewinnen unter ca. 200.000 €/Jahr und hoher Ausschüttungsquote können diese Kosten den Steuervorteil übersteigen. Auch wenn der Gesellschafter den gesamten Gewinn privat entnimmt (100% Ausschüttung), bleibt der Vorteil gering, da die KapESt am Ende ohnehin fällig wird. Unser Rechner hilft Ihnen, die Break-Even-Schwelle für Ihre Situation zu finden.

Häufige Fragen zur Holding-Struktur

Was ist der steuerliche Vorteil einer GmbH-Holding?

Dividenden von Tochtergesellschaften an die Holding-GmbH sind zu 95% von der Körperschaftsteuer befreit (§ 8b KStG). Nur 5% gelten als nicht abzugsfähige Betriebsausgabe. So können Gewinne fast steuerneutral in der Holding geparkt und reinvestiert werden.

Für wen lohnt sich eine Holding-Struktur?

Eine Holding lohnt sich typisch ab einem operativen Gewinn von ca. 200.000 €/Jahr, wenn ein erheblicher Teil des Gewinns reinvestiert werden soll. Die Gründungskosten (Notar, Steuerberater, laufende Verwaltung) stehen darunter einem geringen Steuervorteil entgegen.

Wie funktioniert § 8b KStG?

Nach § 8b Abs. 1 KStG bleiben Bezüge (Dividenden) einer Körperschaft von einer anderen Körperschaft bei der Gewinnermittlung außer Ansatz — sie sind steuerfrei. Allerdings gelten nach § 8b Abs. 5 KStG 5% der Dividende als nicht abzugsfähige Betriebsausgabe (nBA). Effektiv werden also 5% mit ca. 30% besteuert (KSt + GewSt), was einer Belastung von ca. 1,5% auf die Dividende entspricht.

Muss die Holding mindestens 10% Anteile halten?

Für die Steuerbefreiung nach § 8b KStG genügt formal jede Beteiligungshöhe bei Dividenden. Allerdings ist für die Gewerbesteuer-Kürzung (§ 9 Nr. 2a GewStG) eine Mindestbeteiligung von 15% erforderlich. Bei der typischen 100%-Holding ist dies automatisch erfüllt.

Welche laufenden Kosten hat eine Holding-GmbH?

Die Holding muss einen eigenen Jahresabschluss erstellen (Steuerberater ca. 2.000–4.000 €/Jahr), IHK-Beitrag zahlen (mind. 150 €), ein Geschäftskonto unterhalten und ggf. einen Geschäftsführer vergüten. Je nach Komplexität betragen die laufenden Kosten 3.000–8.000 € pro Jahr.

Was passiert bei Ausschüttung von der Holding an die Privatperson?

Wird der Gewinn letztlich aus der Holding an eine natürliche Person ausgeschüttet, fällt Kapitalertragsteuer (25% + Soli = 26,375%) an — genauso wie bei einer direkten Ausschüttung. Der Vorteil der Holding liegt darin, dass der Zeitpunkt der Endausschüttung frei gewählt werden kann (Thesaurierungsvorteil).

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