Vom Brutto-Stundenhonorar bleibt nach Betriebsausgaben, Einkommensteuer, Krankenversicherung und Altersvorsorge oft deutlich weniger übrig als erwartet. Dieser Rechner zeigt Freelancern das tatsächliche monatliche Netto-Einkommen und den effektiven Netto-Stundensatz — die Grundlage für eine realistische Honorarplanung.
Rechtsgrundlage
- § 18 Einkommensteuergesetz (EStG) ↗
Einkünfte aus selbständiger Arbeit — Freiberufler, keine Gewerbesteuer
Gültig ab: 1. 1. 2026
- § 10 Einkommensteuergesetz (EStG) ↗
Sonderausgaben — Vorsorgeaufwendungen (KV, AV)
Gültig ab: 1. 1. 2026
Netto-Honorar und Stundensatz für Freelancer realistisch berechnen
Die Kalkulation eines realistischen Honorars ist eine der wichtigsten unternehmerischen Aufgaben für Freelancer. Ein zu niedriger Stundensatz gefährdet die wirtschaftliche Existenz, ein zu hoher kann Aufträge kosten. Dieser Rechner hilft, ausgehend vom geplanten Stundensatz das tatsächlich verbleibende Netto-Einkommen zu ermitteln.
Vom Bruttoumsatz zum Gewinn
Der erste Schritt ist die Berechnung des steuerlichen Gewinns: Bruttoumsatz (Stundensatz × fakturierbare Stunden) minus Betriebsausgaben. Betriebsausgaben umfassen alle beruflich veranlassten Kosten — typischerweise 10–25 % des Umsatzes für Freelancer in der IT oder Beratung. Der verbleibende Gewinn ist die Basis für die Einkommensteuer nach dem Tarif des § 32a EStG.
Steuerbelastung als Freelancer
Freiberufler zahlen keine Gewerbesteuer, aber Einkommensteuer nach dem progressiven Tarif des § 32a EStG sowie ggf. Solidaritätszuschlag. Dieser Rechner verwendet einen vereinfachten effektiven Steuersatz von 30 % als Planungsgröße — der tatsächliche Satz kann je nach Gesamteinkommen, Familienstand und Sonderausgaben erheblich abweichen. Für eine genaue Berechnung empfiehlt sich der Freiberufler-Steuer-Rechner mit vollem EStG-Tarif.
Soziale Absicherung — Kranken- und Altersvorsorge
Ein oft unterschätzter Faktor sind die Kosten der sozialen Absicherung. Als Selbständiger zahlen Sie Krankenversicherung und ggf. Pflegeversicherung vollständig selbst — als Angestellter teilt sich dies der Arbeitgeber. Die GKV-Beiträge als Selbständiger können je nach Einkommenshöhe zwischen 250 € und 950 € monatlich betragen. Für die Altersvorsorge empfehlen Finanzexperten mindestens 10–15 % des Nettoeinkommens einzuplanen.
Fakturierbare Stunden — die entscheidende Größe
Besonders wichtig bei der Honorarkalkulation ist die realistische Einschätzung der fakturierbaren Stunden. Von 220 möglichen Arbeitstagen im Jahr sind typischerweise nur 150–180 tatsächlich fakturierbar — der Rest entfällt auf Urlaub, Weiterbildung, Akquise, Verwaltung und unvermeidliche Ausfallzeiten. Ein Stundensatz von 80 €/Std. bei nur 120 fakturierbaren Stunden/Monat ergibt einen Bruttoumsatz von 9.600 € — nach Steuern und Sozialabgaben kann deutlich weniger als die Hälfte übrig bleiben.
Häufige Fragen — Honorar Netto Rechner Freelancer 2026
Warum weicht mein Netto-Honorar stark vom Brutto-Stundensatz ab?
Als Freelancer müssen vom Bruttoumsatz zunächst Betriebsausgaben abgezogen werden, dann fallen Einkommensteuer und Solidaritätszuschlag an. Zusätzlich tragen Sie Krankenversicherung und Altersvorsorge vollständig selbst — als Angestellter teilen sich dies Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Dadurch kann Ihr effektiver Netto-Stundensatz deutlich unter Ihrem Rechnungsstundensatz liegen.
Wie berechne ich meinen Mindeststundensatz als Freelancer?
Der Mindeststundensatz ergibt sich aus Ihrem gewünschten Netto-Jahreseinkommen plus Steuern, Sozialabgaben und Betriebsausgaben, dividiert durch die fakturierbaren Stunden pro Jahr. Typischerweise sind von ca. 220 Arbeitstagen nur 150–180 Tage tatsächlich fakturierbar (Urlaub, Weiterbildung, Akquise, Ausfallzeiten). Der Rechner hilft, den notwendigen Stundensatz rückzurechnen.
Was sind typische Betriebsausgaben als Freelancer?
Typische Betriebsausgaben für Freelancer umfassen: Software-Lizenzen und IT-Kosten, Homeoffice-Anteil (Miete, Nebenkosten), Kfz-Kosten für Kundenfahrten, Fachliteratur und Fortbildungen, Steuerberatungskosten sowie Büromaterial. Je nach Branche und Tätigkeitsart können Betriebsausgaben 5–30 % des Umsatzes ausmachen.
Was zahlen Freelancer an Krankenversicherung?
Selbständige und Freelancer müssen sich selbst krankenversichern. Bei der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zahlen Selbständige 2026 den vollen Beitragssatz (ca. 14,6 % + Zusatzbeitrag des Versicherers) auf ihr Einkommen, mindestens jedoch einen Mindestbeitrag. Die private Krankenversicherung (PKV) kann je nach Alter, Gesundheitszustand und Leistungsumfang günstiger oder teurer sein.
Muss ich als Freelancer Gewerbesteuer zahlen?
Freiberufler nach § 18 EStG sind von der Gewerbesteuer befreit — das ist einer der wichtigsten steuerlichen Vorteile gegenüber Gewerbetreibenden. Als Freiberufler gelten Tätigkeiten in Katalogberufen (Ärzte, Rechtsanwälte, Ingenieure, IT-Berater in bestimmten Konstellationen) oder katalogähnliche Berufe. Softwareentwickler können je nach Tätigkeit als Freiberufler oder Gewerbetreibende eingestuft werden.